130
Tomasclie k.
Yc-ta nicht an Umfang cingebüsst hat, so dürften 60 Li richtiger
sein. Ungemein an Umfang und Blüthe gewann die Stadt zur
Zeit der Sämäniden; die arabischen Geographen unterscheiden
gleichfalls eine innere und äussere Stadt; ,die innere Stadt hat
vier Thore, und ihre Area beträgt 2500 gerib; die äussere Stadt
hat zwölf Thore, eines von dem andern ist je 1 Parasange
entfernt, so dass der Umfang der Mauer 12 Parasangen beträgt;
die Stadttheile liegen auf beiden Seiten des Soghdthales'.
Eine classische Beschreibung Samarkand’s und seiner
nächsten Umgebung bietet Bäber in seinen Memoiren (p. Pavet
de Courteille, Paris 1871, I p. 96—105); wir entnehmen
derselben folgende Einzelnheiten. Die Stadt, deren Umfang
10.600 Schritte beträgt (d. i. mehr als 2 ! / 2 arab. Meilen oder
fast 1 Parasange, wie bei Hiuan-Thsang), liegt südlich von
dem äb-i-Kühik und dem Hügel Kühik (j. Cupän-ätä), westlich
von dem Bach äb-I-rahmet (,eau de la merci 1 ), welcher die
Wiesengründe von Khan-yurti und Kän-I-gül bewässert, und
nördlich von dem Fluss oder Canal Dargham, der bei Külbeh
in den Kühikfluss einmündet. Ueber den Kühikfluss führt die
Brücke pül-i-mughäk (,le pont profond'). Reizende Gärten umgeben
die Stadt; ausser dem bägh-I-bihist (,jardin du paradis')
und dem bägh-I-semäl (,jardin du Nord') und dem nordöstlichen
oder ,Türkisthor' unmittelbar anliegenden Garten budenehkurughl
(,parc aux cailles'), an welchen sich weiterhin die
Anlagen Naki-I-gihän (,le tableau du monde') und bägh-I-dilkusä
(,le jardin qui ouvre le cceur 1 ) anschliessen, sind weiter bemerkenswert!)
der bägh-boldi (,le jardin parfait') und der bäghl-cinär
(,jardin des platanes'), ferner der an dem Südwestabhang
des Kühikberges und in der Nähe des astronomischen Observatoriums
gelegene bägh-I-maidän, worin Ulugh-begh’s wundervoll
construirter Palast cihil-sutün (,les quarantes colonnes')
und der berühmte Porcelainpavillon sich befinden, endlich der
schönste der Gärten, der von Derwis Mohammed Tarkhau im
Nordwesten der Stadt angelegte cehär-bägh. In noch weiterem
Umkreis umschliessen die Stadt gras- und wasserreiche, mit
Ansiedlungen belebte Wiesengründe und Ebenen, so gleich im
Anschluss an den letztgenannten Garten die Prairie göl-i-mughäk
(,de l’etang profond'), die Prairie von Külbeh an dem Kühikfluss,
und im Osten die an dem Rahmetbacho sich dehnende