Centralasiatische Studien. I.
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thal gilt den Orientalen für eines der vier irdischen Paradiese,
wie das Thal von Biwän in Fars, von Ghawtah bei Damask,
und das Flussgebiet von Obullah. Glewöhnlich ist von zwei
Soghd die Rede, nämlich Soghd von Samarqand, und Soghd
von Bukhärä (Häzimi, bei Yäqüt); das erstere heisst im Munde
der Perser auch Soghd-I-kalän, ,das grosse Soghd'. MoqaddasT
rechnet es zu Haital und sagt: ,Soghd ist ein prachtvoller
District mit der Hauptstadt Samarqand. Es sind zusammenhängende
Dörfer, umgeben von Bäumen und Gärten, von
Samarqand bis nahe an Bukhärä; man sieht kein Dorf, ehe
man hineinkommt, wegen der Bäume in und um dasselbe; es
ist das schönste Land auf Gottes Erden, reich an Bäumen und
voll von Flüssen, von Vogelgesang durchtönt'. Aehnlich drückt
sich Istanhrl aus: ,Soghd erstreckt sich von der Grenze Bukhärä’s,
rechts und links entlang dem Wadi von Soghd bis zur Grenze
von Buttam, ununterbrochen, in einer Länge von acht Tagereisen.
Es ist voll von Wiesen, Gärten und Feldern, überall
sind Wasseradern und Brunnen. Das Grüne der Bäume und
der Saaten verbreitet sich au beiden Ufern des Thaies, umgeben
wird es von bebauten Feldern; hinter diesen sind wiederum
Weideplätze für die Kamele. Ganz Soghd erscheint wie ein
Kleid von grünem Broeat, in das blaue Adern fliessenden
Wassers eingestickt sind, geziert mit dem Weissen der Burgen
und Wohnhäuser', ln dichterischer Weise vergleicht Gaihänl
in seinem Buche Mutagäwabe Soghd von Samarqand mit der
Gestalt eines Menschen. ,Sein Haupt ist Bungikat, seine Fiisse
Kasäniya, sein Rücken Wadhär, sein Unterleib Kabüdangkat,
seine Hände Mäyamurgh und Büzmägar. Seine Breite beträgt
36, seine Länge 46 Parasangen' (Yäqüt s. A£.o). Wir fügen
hier die begeisterte Schilderung eines Reisenden an, welcher
das mittlere Zarafsanthal in jüngster Zeit besucht und beschrieben
hat (Radloff, Zeitschr. d. Ges. f. Erdk. zu Berlin,
1871, S. 401—439,497—526): ,Das ganze Zarafsanthal, soweit
es mit einem Netze von Canälen bedeckt ist, bildet eine ununterbrochene
Reihe von Ansiedlungen. Wenn man auf der
Höhe der Grenzgebirge entlang reitet, so sieht man in der
Niederung einen dunkeln Wald sich hinziehen, der sich scharf
gegen die hell erleuchtete Steppe abgrenzt: dies ist das mit
Ansiedlungen bedeckte Thal des Zarafsan. Hier grenzt Acker