Centralasiatißclie Studien. I.
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Herrschergewalt daselbst im Besitze von Nomadenfürsten hochasiatischer
Abkunft. Während das indische Culturelement in
seiner buddhistischen Gestaltung’ immer stärker eindrang,
entfremdeten sich diese alt-iranischen Lande dem Grossreiche
der Arsaciden und Sassaniden immer mehr und nur zeitweilig
gelang es den Herrschern des Westreichs Tukhäristän in ihren
Machtbereich zu bringen; stärker erwies sich von Norden her
seit dem sechsten Jahrhundert die Gewalt der Türken. Nach
dem Untergange der Königsfamilie der Kasanen zerfiel das
ganze Gebiet am obern Oxus in 27 gesonderte Fürstenthümer,
die mehr oder weniger unter der Suprematie des türkischen
Khäqän’s standen, welcher am Flusse Sui (Cui) im Norden
von Farghäna seinen Sitz hatte. Nur vorübergehend war die
Oberhoheit des sinischen Reiches in diesen so fernen Westgebieten
(seit 656). Als die Araber alle iranischen Lande
unterworfen hatten, benützten sie die Fehden der einzelnen
Fürsten unter einander, um die Macht der Türken einzuschränken,
und es gelang ihnen, ganz Tukhäristän in ihre
Gewalt zu bringen; die Sämäniden herrschten unangefochten
in allen Oxusländern bis an die Grenzen von Waldiän, Saqniya,
Qumldh und al-Räst; weiter ostwärts war türkischer Boden,
unterthan dem Khäqän der Qarlüq. — In der Aufzählung der
nördlich vom Oxus (Waksu, sin. Fo-tsu) gelegenen tukharischen
Fürstenthümer beginnen wir mit dem an Baktra und
das ,eiserne Thor £ zunächst gelegenen Reiche Ta-mi ata
d. i., wie Cunningham erkannte, Tarmit (ou>y>) oder Tarmidh
dessen gleichnamiger Fluss im Bundehes als Nebenfluss
des Veh-rut angeführt erscheint; der Fluss von Tarmidh,
äb-I-Tarmidh, oder der heutige Surkhän, ist wasserreich und
einer der grössten Zuflüsse des Oxus, so wie der wichtigste
Strom des Hisärgebietes ; sein Unterlauf durchfliesst jetzt eine
mit Röhricht erfüllte wüste Strecke, wo sich allerlei Wild
herumtreibt, Tiger, Schakale und Wildschweine. Die Stadt
selbst, welche auf Felsen an beiden Ufern des Flusses gebaut
war und deren Mauern von Süden her der Oxus bespülte,
war, wie wir aus dem Säh-näma und Moqadass! ersehen, seit
Alters ein wichtiger Uebergangspunkt über den Oxus, ein volkreicher
Hafenort; ihr Gebiet betrug nach Hiuan-Thsang sechs
(sin.) Tagereisen von Ost nach West, vier von Süd nach Nord;