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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 87. Band, (Jahrgang 1877)

Centralasiatißclie  Studien.  I.

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Herrschergewalt  daselbst  im  Besitze  von  Nomadenfürsten  hochasiatischer ­
  Abkunft.  Während  das  indische  Culturelement  in
seiner  buddhistischen  Gestaltung’  immer  stärker  eindrang,
entfremdeten  sich  diese  alt-iranischen  Lande  dem  Grossreiche
der  Arsaciden  und  Sassaniden  immer  mehr  und  nur  zeitweilig
gelang  es  den  Herrschern  des  Westreichs  Tukhäristän  in  ihren
Machtbereich  zu  bringen;  stärker  erwies  sich  von  Norden  her
seit  dem  sechsten  Jahrhundert  die  Gewalt  der  Türken.  Nach
dem  Untergange  der  Königsfamilie  der  Kasanen  zerfiel  das
ganze  Gebiet  am  obern  Oxus  in  27  gesonderte  Fürstenthümer,
die  mehr  oder  weniger  unter  der  Suprematie  des  türkischen
Khäqän’s  standen,  welcher  am  Flusse  Sui  (Cui)  im  Norden
von  Farghäna  seinen  Sitz  hatte.  Nur  vorübergehend  war  die
Oberhoheit  des  sinischen  Reiches  in  diesen  so  fernen  Westgebieten ­
  (seit  656).  Als  die  Araber  alle  iranischen  Lande
unterworfen  hatten,  benützten  sie  die  Fehden  der  einzelnen
Fürsten  unter  einander,  um  die  Macht  der  Türken  einzuschränken, ­
  und  es  gelang  ihnen,  ganz  Tukhäristän  in  ihre
Gewalt  zu  bringen;  die  Sämäniden  herrschten  unangefochten
in  allen  Oxusländern  bis  an  die  Grenzen  von  Waldiän,  Saqniya,
Qumldh  und  al-Räst;  weiter  ostwärts  war  türkischer  Boden,
unterthan  dem  Khäqän  der  Qarlüq.  —  In  der  Aufzählung  der
nördlich  vom  Oxus  (Waksu,  sin.  Fo-tsu)  gelegenen  tukharischen
  Fürstenthümer  beginnen  wir  mit  dem  an  Baktra  und
das  ,eiserne  Thor £  zunächst  gelegenen  Reiche  Ta-mi  ata
d.  i.,  wie  Cunningham  erkannte,  Tarmit  (ou>y>)  oder  Tarmidh
dessen  gleichnamiger  Fluss  im  Bundehes  als  Nebenfluss ­
  des  Veh-rut  angeführt  erscheint;  der  Fluss  von  Tarmidh,
äb-I-Tarmidh,  oder  der  heutige  Surkhän,  ist  wasserreich  und
einer  der  grössten  Zuflüsse  des  Oxus,  so  wie  der  wichtigste
Strom  des  Hisärgebietes  ;  sein  Unterlauf  durchfliesst  jetzt  eine
mit  Röhricht  erfüllte  wüste  Strecke,  wo  sich  allerlei  Wild
herumtreibt,  Tiger,  Schakale  und  Wildschweine.  Die  Stadt
selbst,  welche  auf  Felsen  an  beiden  Ufern  des  Flusses  gebaut
war  und  deren  Mauern  von  Süden  her  der  Oxus  bespülte,
war,  wie  wir  aus  dem  Säh-näma  und  Moqadass!  ersehen,  seit
Alters  ein  wichtiger  Uebergangspunkt  über  den  Oxus,  ein  volkreicher ­
  Hafenort;  ihr  Gebiet  betrug  nach  Hiuan-Thsang  sechs
(sin.)  Tagereisen  von  Ost  nach  West,  vier  von  Süd  nach  Nord;
            
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