Centralasiatisclie Studien. I.
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Qabädiyän zählen die arabischen Geographen, ebenso wie nach
Balkh, zwei Tagereisen. — So viel über den Felsen des Sysimithres!
Ganz im Unklaren sind wir dagegen über die Lage des
zweiten Felsens, der ,sogdianischen' lle-ipa, welche von Ariamazes
vertheidigt worden war. Die Verschiedenheit der Nachrichten
über diese Felsenburg ist so gross, dass wir diese mit
gleichem Rechte in den äussersten Westen wie in den äussersten
Osten von Sogdiana verlegen dürfen, je nachdem wir die
Tradition des Curtius oder die des Arrianos zu Grunde legen.
Curtius schildert sie uns so: ,petra in altitudinem XXX eminet
stadia, circuitu C et L complectitur. Undique abscissa et abrupta
semita perangusta aditur; in medio altitudinis spatio habet
specum . . .; fontes per totum fere specum manant, e quibuS
collatae aquae per prona montis Humen emittunth Also nicht
ein Engpass, sondern ein hohes Felsplateau mit einer Veste;
Ariamazes soll daselbst 30.000 Bewaffnete beherbergt und
Lebensmittel auf zwei Jahre aufgespeichert haben! Wo sollen
wir nun das Felsennest mit einem Umfang von 3 3 / 4 Meilen
und einer Höhe von 18.000 Fuss suchen ? Curtius und seine Gewährsmänner
(Kleitarchos und Timagenes) verlegen die Einnahme
desselben in die Zeit der Expedition nach Margiana.
Als nämlich Alexander im Winter 329/328 in Baktra-Zariaspa
Quartier hielt, brach in dem kaum bewältigten Sogdiana allerorten
der Aufstand mit verstärkter Wuth aus, und scheint
diesmal der Hauptstützpunkt der Insurrection das westliche
Steppengebiet gewesen zu sein, wo heute die Türkmänen nomadisiren,
im Alterthum aber die Daher und Massageten hausten.
Für das Frühjahr 328 entwarf Alexander den Verhältnissen
gemäss folgenden Feldzugsplan: um die westliche Linie zu
decken und die Verbindung mit Idyrkanien und Parthien aufrecht
zu erhalten, sollte eine Expedition von Baktra längs des
Oxus nach Margiana und dann weiter nach dem Ochus Vordringen
und diese Flanke durch Anlegung von Colonien dauernd
befestigen; war dies geschehen, sollten dann mehrere selbstständig
operirende Colonnen Sogdiana von West nach Ost
durchziehen und sich im Centrum des Landes, in Maralcanda,
vereinigen, so dass hierauf die Möglichkeit geboten wurde,
auch an die Unterwerfung der östlichen Berggebiete, namentlich