Auf den Bergen von Sagami.
49
Take-akira trocknete endlich die rothen Thränen. Fatsisu-ba,
um diese Zeit die Ergiessungen des Herzens, welche
traurig sein mussten, schmerzvoll hörend, seufzte ebenfalls oft
und sagte: Der bis heute mir unbekannte Sterbetag eures
älteren Bruders kommt mir in die Gedanken! Heute Abend
ist die Nacht vor den ersten sieben Tagen seines Todes. Ich
werde wenigstens mit Anbruch der Nacht die Gebete verrichten.
— Hiermit erhob sie sich plötzlich von dem Sitze und während
das chinesische Papier des Buddha-Altares, den sie kraftlos
öffnete, längst vom Rauche des Weihrauchs geschwärzt war,
sprach sie, zu der aus Papier von Sugi-wara gebildeten Todtentafel
gewendet, laut ihre äussersten Gedanken aus. Die den
Namen nennende Stimme ertönte dumpf.
Kakaru tokoro-ni naru-kami-fo-si-wa | koku-un-wo i-te tono
kata-ni tatazumi | madzu tai-matsu-wo age-sasi-te | kado-basiranaru
(fib-satsu)-ivo awogi-mi-tsu. Koko-nari-keri-to iüni
| koku-un jcigate fasiri-iri mu-mib-zi (rai-rin)-seri |-to
otono-ni-zo \ fatsi-su-ba futa-tabi kokoro-awate | wori-asi-to-wa
ji’.-domo | saranu omo-motsi-site ide-mukaje-tsutsu | (kiaku)-zastki-ni
izanai \ koko-un-ivo sono ato-be-ni orasi-te (tsia)-wo
susume | utsi-foioo-jemi-te iü-jb | kino niwaka-ni mbsi-irete
faberi-si-ni \ utsi-okasi.-tamawade \ ki-tamai-tsuru-zo kata-zi-kenaki
\ -to iü ko-e-mo \ ovio-kage-mo tsuju tagawazu \ kono jamomewa
| kan-zaki-nite ai-mi-tsuru \ fatsi-su-ba nari, | -to omo-ni-zo \
naru-kami tatsi-matsi mune utsi-sawagi \ ko-wa ika-ni-to-mo toikanete
| =? g®. (gon-go)-sukuna-ni iraje-si-tsu.
Unterdessen blieb der Bonze Nai’u-kami, Koku-un vorangehend,
an der äusseren Seite stehen, liess früher die Fackel
erheben und blickte zu der an dem Pfeiler des Thores befindlichen
kennzeichnenden Tafel empor. Er sagte: Hier ist es.
— Koku-un lief sogleich herein und rief: Das Kloster ohne
Namen ist gekommen! — Fatsi-su-ba entsetzte sich nochmals.
Obgleich die Zeit ungünstig war, machte sie eine Miene, als
ob nichts wäre, und führte ihn, indem sie ihm entgegen ging,
m das Gastzimmer. Koku-un liess sie hinter ihm Platz nehmen
und reichte Thee. Sie sagte lächelnd: Ich habe euch gestern
plötzlich die Meldung geschickt. Ich danke euch, dass ihr,
dieses nicht bei Seite setzend, gekommen seid. — Indem
Stimme und Züge nicht im Geringsten verschieden waren, dachte
Sitznngsber. d. phil.-Uist. CI. LXXXVI. Bä. I. Hft. 4