Bergmann. Das Buch vom Durchwandeln der Ewigkeit.
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Das Buch vom Durchwandeln der Ewigkeit.
Nach dem Papyrus 29 der k. k. ägyptischen Sammlung- in Wien.
Von
Dr. E. von Bergmann.
Custos am k. k. Münz- und Antilten-Cabinete.
(Mit einer Tafel.)
ln wunderbarer Fülle bedecken Inschriften und bildliche
Darstellungen, welche Gegenstände religiöser Natur behandeln,
die ägyptischen Tempel aus der Zeit der Ptolemäer- und
Römer-Herrschaft und als eine seltsame Fügung des Schicksals
erscheint es, dass wir gerade der spätesten Periode ägyptischer
Schrift- und Kunstübung, ,dicht vor dem Rande des Abgrundes
ewiger Vergessenheit', so genaue Kunde von dem Culte des
Nillandes verdanken. In diesem ausschliesslich religiösen Inhalte
und Charakter der gleichzeitigen Monumente reflectirt
sich der staatliche Verfall des alten Aegyptens in der letzten
Epoche seiner Geschichte. Die eigentlich historischen Denkmäler
sind aus Bild und Schrift fast gänzlich verschwunden;
nicht Eine Darstellung aus den Kriegen eines Ptolemäers unterbricht
die langen Reihen von Götterfiguren und Opferscenen
auf den Tempelwänden und vergebens sucht unser Auge
nach Schlachtenbildern gleich jenen, womit in früheren ruhmvolleren
Jahrhunderten die pharaonischen Dynastien ihre Bauten
schmückten. Nur hin und wieder treffen wir auf Wandgemälde,
die in Nachahmung älterer Vorbilder die riesenhafte Gestalt
des Königs zeigen, der einen Haufen vor ihm knieender Gefangener
aus den besiegten Völkerschaften am Schopfe hält
und mit geschwungener Schlachtkeule zu tödten droht.
Auch die handschriftliche Literatur dieser Periode bezeugt
in ihren auf die Gegenwart gekommenen Ueberresten eine rege
Productivität auf religiösem Gebiete, wie denn in der Wahrung