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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

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Zendstudien.  IV.
Das  Avghänische  bietet  für  altb.  "  gleich  dem  Neupersischen
(jjm,  für  (  in  gleicher  Weise  j,  für  "o  und  £0  in  den  westlichen
Dialekten  G",  in  den  östlichen  dagegen  |jf,  das  Zeichen  eines
Lautes,  der  dem  arabischen  ^  —  altbaktr.  <i*  entspricht.  Für
ek  steht  auch  dort  j,  aber  auch,  sowie  für  j,  das  Zeichen
das  dem  Laute  nach  an  j  sich  anschliesst.  Beiläufig  bemerken
wir,  dass  wir  nicht  für  eränisch  halten,  sondern  für  einen
indischen  Eindringling,  da  bekanntlich  in  den  modernen  Dialecten
  des  Nordens  altes  Cf  durch  Icf  nS'  (z.  B.  LgVLgj  [bliäkhä]
,Sprache'  =  altind.  bhäsä)  öfter  wiedergegeben  wird.  Darnach
dürfte  die  Bemerkung  Spiegels  (Altbaktr.  Gramm.  46)  über  die
nähere  Verwandtschaft  des  Lautes  von  £0  mit  avghänischem
zu  entfallen  haben.
Am  merkwürdigsten  präsentirt  sich  unter  den  neueränischen
  Sprachen  das  Ossetische.  Dieses  besitzt  >  (mit  Ausnahme ­
  unbedeutender  dialectischer  Fälle)  den  fünf  altbaktrischen
Zischlauten  gegenüber  blos  zwei,  nämlich  s  und  z,  so  dass  den
Lauten  ",  "o  und  :  s  und  den  Lauten  (,  üs ;  z  entgegentreten.
Ueberblickt  man  das  bisher  über  die  Zischlaute  Vorgetragene, ­
  so  geht  zweierlei  mit  Sicherheit  hervor,  nämlich
erstens,  dass  den  Zeichen  ",  £  eine  dentale,  dagegen  den
Zeichen  "o,  £0,  ^  eine  palato-linguale  Anssprache  zukommt
und  zweitens,  dass  die  beiden  altbaktrischen  Laut-Zeichen  j o
und  in  allen  eränischen  Sprachen  blos  einen  einzigen  Vertreter ­
  ($)  besitzen.
Daraus,  dass  altbaktrisches  in  keiner  einzigen  der
eränischen  Sprachen  einen  eigenen,  ihm  entsprechenden  Vertreter ­
  besitzt,  sondern  mit  dem  zusammenfällt,  sowie  auch
aus  dem  Umstande,  dass  in  Betreff  dieses  £0  die  Zendhandschriften
  keine  Consequenz  beobachten,  und  es  mit  -*0  verwechseln, ­
  möchte  man  fast  mit  Spiegel  (Altbaktr.  Gramm.  45)
der  Vermuthung  Kaum  geben,  dass  dieses  ,eine  Grille  oder
übertriebene  Feinheit  der  Vorleser  des  Avesta  sei'.  Dagegen
aber  spricht,  wie  schon  Spiegel  (ebend.  46)  hervorbebt,  der
Gebrauch  der  ältesten  Handschriften.  Wir  finden  dieses  jhj  in
der  Regel  nur  da,  wo  die  alte  Lautgruppe  rt  im  Inlaute  im
Westeränischen  zu  s  im  Osteränisehen  geworden  ist  (vgl.
darüber  unsere  Eränica  9,  Sitzb.  d.  k.  Akademie  d.  Wissensch,
            
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