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Zendstudien. IV.
Das Avghänische bietet für altb. " gleich dem Neupersischen
(jjm, für ( in gleicher Weise j, für "o und £0 in den westlichen
Dialekten G", in den östlichen dagegen |jf, das Zeichen eines
Lautes, der dem arabischen ^ — altbaktr. <i* entspricht. Für
ek steht auch dort j, aber auch, sowie für j, das Zeichen
das dem Laute nach an j sich anschliesst. Beiläufig bemerken
wir, dass wir nicht für eränisch halten, sondern für einen
indischen Eindringling, da bekanntlich in den modernen Dialecten
des Nordens altes Cf durch Icf nS' (z. B. LgVLgj [bliäkhä]
,Sprache' = altind. bhäsä) öfter wiedergegeben wird. Darnach
dürfte die Bemerkung Spiegels (Altbaktr. Gramm. 46) über die
nähere Verwandtschaft des Lautes von £0 mit avghänischem
zu entfallen haben.
Am merkwürdigsten präsentirt sich unter den neueränischen
Sprachen das Ossetische. Dieses besitzt > (mit Ausnahme
unbedeutender dialectischer Fälle) den fünf altbaktrischen
Zischlauten gegenüber blos zwei, nämlich s und z, so dass den
Lauten ", "o und : s und den Lauten (, üs ; z entgegentreten.
Ueberblickt man das bisher über die Zischlaute Vorgetragene,
so geht zweierlei mit Sicherheit hervor, nämlich
erstens, dass den Zeichen ", £ eine dentale, dagegen den
Zeichen "o, £0, ^ eine palato-linguale Anssprache zukommt
und zweitens, dass die beiden altbaktrischen Laut-Zeichen j o
und in allen eränischen Sprachen blos einen einzigen Vertreter
($) besitzen.
Daraus, dass altbaktrisches in keiner einzigen der
eränischen Sprachen einen eigenen, ihm entsprechenden Vertreter
besitzt, sondern mit dem zusammenfällt, sowie auch
aus dem Umstande, dass in Betreff dieses £0 die Zendhandschriften
keine Consequenz beobachten, und es mit -*0 verwechseln,
möchte man fast mit Spiegel (Altbaktr. Gramm. 45)
der Vermuthung Kaum geben, dass dieses ,eine Grille oder
übertriebene Feinheit der Vorleser des Avesta sei'. Dagegen
aber spricht, wie schon Spiegel (ebend. 46) hervorbebt, der
Gebrauch der ältesten Handschriften. Wir finden dieses jhj in
der Regel nur da, wo die alte Lautgruppe rt im Inlaute im
Westeränischen zu s im Osteränisehen geworden ist (vgl.
darüber unsere Eränica 9, Sitzb. d. k. Akademie d. Wissensch,