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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

späterer  Zeit  immer  mehr  um  sich  greifende  Aussprache  des
y  als  g  (dz)  im  Anlaute  repräsentirt,  wie  z.  B.  in  (yoxo)
,Gerste'  sprich:  dzavo  vergl.  neup.  ({j av )i  oder  in  c!;-“»*«}
(yavänem)  ,den  Jüngling'  sprich:  dzavänem,  vgl.  auch  neup.
(gawän).  Darnach  ist  die  Ansicht  von  Lepsius  ve,  ursprünglich
z,  sei  zu  y  erweicht  worden,  vom  linguistischen  Standpunkte
unrichtig.  Sie  lässt  sich  aber  auch  vom  rein  graphischen
Standpunkte  nicht  rechtfertigen.  Wie  bekannt  (vgl.  Spiegel,
Altbaktr.  Gramm.  9,  42)  sind  «j  und  jCZ.  dem  Werthe  nach
ganz  identisch  und  gehört  das  erste  den  in  Indien  geschriebenen,
relativ  älteren,  dagegen  das  zweite  den  in  Persien  (Barman)
geschriebenen,  relativ  jüngeren  Zendhandschriften  an.  Gleichwie ­
  y  und  v  im  Inlaute  als  «  und  »  d.  h.  als  ii,  uu  geschrieben
werden,  was  auf  eine  mehr  vocalische  Aussprache  dieser  Laute
hinführt,  1  ebenso  sind  y  und  v  im  Anlaute  aus  den  Vocalen
i,  u  hervorgegangen.  Darnach  dürfte  fe  aus_j>  entstanden  sein.
Dem  altbaktrischen  (husravanh-)  —  neup.
(/usrav)  entspricht  im  Pehlewi  welches  sicher  husraw
gesprochen  werden  muss,  nicht  aber  hü-sröb  (Glossary  and
Index  of  Arda  Yiraf  by  West  and  Haug.  Bombay  1874,  S.  50.)
Ebenso  ist  der  bekannte  dogmatische  Ausdruck  Pehlewi:
,rein‘  ahraw  zu  lesen,  nicht  aber  mit  den  Parsen  Jltf, 2  da  er
nichts  anderes  ist  als  das  bekannte  altbaktrische  (asava)
,1'einb  Dieses  ist,  wie  ich  bereits  anderswo  bemerkt  habe,  aus
artava  (Stamm:  artavan)  entstanden,  aus  dessen  rt  sich  erst
das  hr  im  Pehlewi  (gegenüber  dem  altbaktrischen  £«  I  erklärt.
Ebenso  ist  jyf  zu  lesen:  gawän  —  neup.  altb.  yavänem
und  r))  raivän  —  neup.  altb.  urvänem,  nicht  aber  (mit
Haug)  yubän,  rübän.  Gleichwie  k  auf  y,  geht  auch  «L  auf  er
zurück.  Dass  XZZ  eine  Verschnörkelung  von  -e  ist,  hat  schon
Spiegel  (Altbaktr.  Gramm.  9)  ausgesprochen;  ri  selbst  ist  aber
nichts  anders  als  11  wobei  das  eine  Zeichen  unter  dem  andern
geschrieben  erscheint,  ebenso  wie  bei  welches  augenfällig
»  darstellt.  Darnach  halte  ich  auch  **o  für  nichts  anderes  denn

’  Auch  im  Altpersischen  schreibt  man  iya  für  ia,  •/,.  B.  martiya  sprich!
martia  u.  s.  w.
3  West-TIaug  (Glossary  of  Arda-Viraf  S.  4)  schreiben  yasliarub  ,yashar
being  substit.uted  for  the  Z.  aSa‘.
            
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