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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

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Ilorawitz.

weil  er  für  Deutschland  das  time,  was  Aldus  Manutius  für  Italien
gethan  (Nr.  VII).  Grossen  Antheil  nimmt  er  an  J.  Brassieanus,
über  den  sich  sehr  werthvolle  bisher  —  so  viel  ich  weiss  —
unbekannte  Angaben  finden.  In  einem  Briefe  an  Hummelberger
gibt  J.  Brassieanus  (Nr.  XXI)  sehr  dankenswerthe  Daten  über
sein  bisheriges  Leben,  über  die  Trockenheit  der  Lehrer,  die
auf  den  Alexander  de  villa  Dei  sich  stützten,  über  seine  Stellung
in  Urach,  über  seine  Arbeit  an  den  ,Institutiones  grammaticae',
seine  Berufung  nach  Tübingen,  den  Kampf  mit  den  Scotisten
und  ihre  Nachstellungen.  Nr.  XXIX  ermöglicht  die  Feststellung
des  bisher  unbekannten  Todesjahres  des  J.  Brassieanus,  während
Nr.  XXXIX  Angaben  über  den  Ort  und  die  näheren  Umstände
des  Todes  liefert.  Auch  die  Notizen  über  GerbelFs  Bologneser
Aufenthalt  (XXX),  seine  Stellung  in  Strassburg  (XXXVII)
und  seine  Aeusserungen  über  den  Strassburger  Verlag,  der  —•
wohl  von  Editionen  der  Classiker  —  nichts  enthalte,  was  nicht
in  Rom  gedruckt  worden  sei,  sind  nicht  ganz  ohne  Werth.
Dass  Hummelberger  zwischen  Anshelm,  den  Freund  und  Verleger ­
  Simler’s  und  seinen  eigenen  Freund  IT.  Bebel  in  die  Mitte
gestellt,  an  der  Fehde  zwischen  den  beiden  Gelehrten  nicht
gleichgiltig  vorübergehen  konnte,  ist  selbstverständlich.  Er  lässt
sich  von  beiden  Parteien  Bericht  erstatten  (sogar  von  Rom
aus  frägt  er  um  den  Stand  der  Fehde  [XXXIII]),  Anshelm
schreibt  ziemlich  objectiv  (Nr.  VIII),  heftige  Ausfälle  dagegen
bringt  ein  Brief  Bebel’s,  gegen  Simler  und  Anshelm  (Nr.  XX).
Sehnsüchtig  hatte  auch  Plummelberger  darnach  verlangt,  den
blauen  Himmel  Italiens  zu  schauen  und  von  seinen  Grössen  lernen
zu  können  (cf.  IV),  endlich  wurde  seinem  Wunsche  Erhörung,
und  seine  Briefe  enthalten  nunmehr  Nachrichten  über  Rom
(XXXI),  Leo  X.  (XXXII),  die  Societas  Coryciana  (XXXIII).
Durch  seine  römischen  Verbindungen  gefördert,  vermag  er  es
auch  dem  Buchhändler  Froben  für  die  Hieronymus-Ausgabe  des
Erasmus  ein  Privilegium  Leo  X.  billig  zu  verschaffen  (XXXIX).
Neben  diesen  Angaben  über  literarische  Verhältnisse,  die
hier  nur  flüchtig  skizzirt  werden,  kommen  —  wie  ich  schon
Eingangs  sagte  —  natürlich  auch  Bemerkungen  und  Berichte
über  politische  Ereignisse  vor.  Entschiedene  Abneigung  gegen
die  Franzosen  (cf.  II,  III,  IV),  deren  Erregung  im  Juli  1D12
durch  Kierher  mit  grosser  Lebendigkeit  geschildert  wird,  ver-
            
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