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J. Müller.
ocius dein teneris increscunt ferulis etc.
In Wahrheit zeigt sich ja bekanntlich bei den jungen
Thieren die Wulst sehr lange, bevor das Geweihe zu wachsen
beginnt und dann mit der Geschlechtsreife rasch emporschiesst,
und ähnlich ist es beim Wechsel des Geweihes, nur dass da
das erste Hervorbrechen aus der Wulst natürlich nicht so
langsam vor sich geht, doch aber verhältnissmässig weniger
rasch, als dann das Geweihe anwächst.
8, 129.
Es wird vom Winterschlafe der Bären gehandelt und mit
folgendem Satze abgeschlossen:
Exeuntes lierbam quandam arum nomine laxandis intestinis
alioquin concretis devorant, circaque surcidos dentium praedomantes
ora.
So gab noch Sillig die Stelle nach dem Riccardianus
und Parisinus a 1 und d, während andere Handschriften hör am,
oram oder hora bieten. Dass mit der unveränderten Ueberlieferung
nichts anzufangen sei, anerkannte Sillig, war jedoch
durch keinen der vorgeschlagenen Heilungsversuche befriedigt.
Jan sodann suchte nach Seneca Ep. 113, 27, worauf Urlichs,
Vind. Plin. Nr. 183 hingewiesen hatte, die Stelle zu verbessern,
indem er dentium praedomant operam schrieb, was auch Detlefsen
und Mayhoff in den Text aufgenommen haben. Zwar
scheint die Ausdrucksweise des Seneca (nullum animal felix
esse sine fortitudine, nisi contra fortuita convaluit et omnes casus,
antequam exciperet, meditando praedomuit) nur durch künstliche
Deutung auf unsere Stelle Anwendung zu finden; denn casus
meditando praedomare heisst ,den Unfällen durch Fassung im
Voraus die Spitze abbrechen, ihre Wirkung abschwächen', ein
Gedanke, der bei Seneca sehr oft wiederkehrt und aufs mannigfaltigste
variirt wird. 1 Dagegen kann praedomare dentium
operam doch wohl nur den Widersinn bedeuten, ,den Dienst
oder die Arbeit der Zähne im Vorhinein abthun', 2 während
1 Vgl. Dial. 6, 9, 5 civfert mm. praesentibus malis qui fulura prospexit.
Ep. 76, 34 praecogriiti inali mollis ictus venit. 63, 15; 78, 29; 91, 3;
107, 4. Dial. 9, 11, 6.
2 Vgl. Silius, Pun. 3, 575 Gens ferri patiens ac laeta domare labores.