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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

Emendatiouen  zur  Naturalis  Historia  des  Plinius.

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einfach  beseitigt  werden,  noch  ist  es  wahrscheinlich,  dass  sie
aus  eum  verdorben  seien,  wie  Mayhoff  angenommen  hat,  da
Plinius  ebenso  wie  Tacitus  das  Pronomen  bei  dem  Participium
wegzulassen  liebt 1  und  weil  dann  die  Parenthese  neben  den
schon  bezeichneten  Uebelständen  noch  den  hätte,  dass  sie  eng
zusammengehörige  Redetheile  willkürlich  trennte  und  dadurch
die  Rede  zerhackt  würde.  Zuletzt  macht  das  nturn  des  Riccardianus,
  wie  Sillig  richtig  urtheilte,  eher  als  das  tum  der  übrigen
Manuscripte  den  Eindruck  des  Ursprünglicheren.  Gehen  wir
aber  von  da  aus,  so  führt  inediantum  auf  inedia  icim  tum.  Dies
aber  kann  so  wenig  genügen,  wie  das  blosse  tum  und  es  wird
noch  tum  in  cum  geändert  werden  müssen:  crucicibatque  inedia
iam  cum  poena  etc.  ,schon  hatte  sich  Hunger  zu  dem  Schmerze
gesellt,  der  ihn  gerade  an  dem  Werkzeuge  plagte,  womit  er
Beute  machen  und  den  Hunger  stillen  konnte'.  Das  überflüssige
eins  ist  doch  erträglich,  da  es  in  dem  zurücktretenden  Satzgliede
  und  nicht  in  unmittelbarer  Verbindung  mit  cruciabat
suspectäntem  steht.
Im  Folgenden  dann  hat  Sillig  mit  Recht  fortuitus  vor
fortuitu  bevorzugend  fortuitis  hergestellt  und  Mayhoff  nach
Anleitung  von  midtoque  diutius  entschieden  glücklich  diu  aus
dem  überlieferten  dum  eruirt,  aber  er  hat  einerseits  nicht  alle
Schriftzüge  verwerthet  und  andererseits  waren,  was  Elpis  an
dem  Thiere  sah,  nicht  wirkliche  Zufälligkeiten,  sondern  konnten
nur  möglicher  Weise  Zufälligkeiten  sein,  daher  statt  dum  zu
schreiben  sein  wird  diu  ut.  Ueber  die  .Auslassung  des  Verglichenen ­
  (diu  Ins  ut  fortuitis)  vgl.  Wölfflin,  Philologus  27
S.  129.  IPeraeus  zu  Tacitus  Hist.  1,  13.  Weissenborn  zu  Livius
32,  23,  5.  Sonach  würde  die  ganze  Stelle  folgendennassen
lauten:
os  morsu  avidiore  inhaeserat  dentibus  cruciabatque  inedia
iam  cum  poena  in  ipsis  eius  telis  suspectäntem  ac  velut  mutis
precibus  orantem.  diu  Ut  fortuitis  fidens  non  est  contra  feram,
midtoque  diutius  etc.

1  Bezüglich  des  Gebrauches  bei  Tacitus  s.  meine  Beitr.  z.  Krit.  u.  Erkl.
des  Tac.  III.  S.  8  ff.;  aus  Pliiiius  vgl.  5,  84;  9,  92;  10,  1;  10,  124;  35,
• r >9;  35,  104;  8,  95;  21,  12;  10,  125;  36,  24  u.  A.
            
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