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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

202

J.  Müller.

8,  57.
Simili  modo  Elfis  Samius  natione  in  Africam  delatus  nave
iuxta  litus  conspecto  leone  hiatu  minaci  arborem  fuga  petit  Libero
patre  invocato,  quoniam  tum  praecipuus  votorum  locus  est,  cum
spei  nullus  est.  negue  profugienti,  cum  potuisset,  fera  institerat
et  procumbens  ad  arborem  hiatu,  quo  terruerat  miserationem
quaerebat.  os  morsu  avidiore  inhaeserat  dentibus  cruciabatque
inedia,  tum  poena  in  ipsis  eius  telis  suspectantem  ac  velut  mutis
precibus  orantem,  dum  fortuitu  fidens  non  est  contra  feram;
multoque  diutius  miraculo  quam  metu  cessatum  est.
So  gibt  Sillig  den  letzteren  Theil  der  Stelle  in  möglichst
engem  Anschluss  an  die  Ueberlieferung  und  an  die  früheren
Editoren.  Bis  auf  Sillig  suchte  man  sich  hiermit  in  der  Regel
abzufinden,  während  Sillig  selbst  urtheilte,  dass  die  Hand  des
Plinius  stark  alterirt  sei  und  seitdem  sind  die  mannigfaltigsten ­
  Versuche  gemacht  worden,  das  Ursprüngliche  herzustellen,
von  Jessen,  Jahrb.  für  Pliilol.  u.  Paedag.,  Bd.  79  S.  73,  von
Georges,  Philologus  32  S.  G90,  von  Detlefsen  und  Mayhoff,
von  Letzterem  auch  Novae  lucubrationes  p.  73  N.  30.  Es  ist
nicht  meine  Absicht,  alle  Emendationsversuche  einer  eingehenden ­
  Kritik  zu  unterziehen,  sondern  ich  werde  unter  Benutzung
dessen,  was  von  den  angeführten  Gelehrten  zur  Aufklärung
über  die  Stelle  beigebracht  worden  ist,  angeben,  welche  Herstellung ­
  nach  meiner  Meinung  Ueberlieferung  und  Gedanke
fordern.
Zunächst  darf  os  nicht  als  Subject  zu  cruciabat  genommen
werden,  weil  sonst  poena  entweder  als  Ablativ  dazu  gehörte,
oder  mit  seinem  Anhang  als  Parenthese  dem  Zwange  des
Satzes  sich  entziehen  müsste,  und  im  ersteren  Falle  eine  kaum
erträgliche  Tautologie  entstünde:  os  inhaeserat  dentibus  cruciabatque ­
  poena  in  telis  (h.  e.  dentibus),  in  letzterem  das  Erinnern
an  eben  Gesagtes  durch  die  Form  der  Parenthese  zur  Geschwätzigkeit ­
  würde,  während  ein  bedeutsames  Moment  der
Noth  des  Thieres,  der  durch  das  Bein  verursachte  Schmerz,
ganz  zurücktreten  würde.  Es  wird  also  inedia  Nominativ  sein.
Nun  bieten  die  Manuscripte  tum  oder  ntum  zwischen  inedia
und  poena.  Diese  Schriftzüge  dürfen  weder  mit  Detlefsen
            
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