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J. Müller.
bedeuten also nichts Anderes, als dass auch die Krankheiten
wie Alles in der Natur nach gewissen Regeln auftreten. Und
was soll nun mitten in diesen Erwägungen der Satz, dass auch
das Sterben mit Bewusstsein eine Art Krankheit sei? Am
ehesten noch fände ein solcher Satz an den Worten qualiter
nullis aliis animalibus einen Halt, indem auch darin ein Nachtheil
der Menschen gegen die Thiere gefunden würde. Freilich
bleibt dabei der Uebelstand, dass das Sterben bei Besinnung
als allgemeines Menschenlos hingestellt wird, während gleich
§. 171 zeigt, dass dies nur einen Theil trifft. Das Folgende
aber morbis quoque enim etc. müsste sich jedenfalls über diesen
Satz hinaus auf certis pestifer calor remeat lioris aut rigor etc.
beziehen, was bei lateinischen Schriftstellern wohl vorkommt.
Vgl. meine Beitr. z. Krit. u. Erklär, d. Tac. IV S. 25 und
Plin. 35, 85 idem perfecta opera proponebat in pergula transeuntibus,
atque ipse post tabulam latens vitia quae notarentur
auscultabat volgum diligentiorem iudicem quam se praeferens,
feruntque reprehensum a sutore, quod in crepidis una pauciores
intus fecisset ansas, eodem p>ostero die superbo emendatione pristinae
admonitionis cavillante circa crus, indignatum prospexisse
denuntiantem ne supra crepidam sutor iudicaret, quod et ipsurn
in proverbium abiit. Fuit enim et comitas Uli etc. Während
jedoch hier, da feruntque reprehensum a sutore etc. als ein einzelnes
Beispiel von der Sache nicht ablenkt, die Gedankenreihe
nicht gestört wird, geschieht dies an unserer Stelle durch
jenen Satz in recht empfindlicher Weise. Ich begreife daher
ganz wohl, dass Mayhoff neuerdings die Stelle für corrupt erklärt
und will auch, obwohl mir die Sache doch nicht ausgemacht
zu sein scheint, andeuten, dass per sapiendam, was
sich in einigen Handschriften statt per sapientiam findet, etwa
auf praecipiendum morbum hinführt. Das dreifache morbus wird
keinem Anstand unterliegen, da die erste Wiederholung der
Bestimmtheit des Ausdrucks dient, wie z. B. 2, 125 mortis
periculo in mortem ruere; 6, 75 ab occidente aestivo ad occidentem
hibernum; und Wiederholungen derselben Wörter in kurzen
Zwischenräumen bei Plinius häufig Vorkommen, wie 5, 7; 10,
5; 34, 45; 35, 60; 36, 43. Vgl. Sillig zu 37, 92.