Südarabische Studien.
169
Der König' liess hierauf clie Zarqä vorführen und sprach
zu ihr: ,Wodurch hast du diese Weitsichtigkeit dir angeeignet?'
Sie antwortete: Durch den Itmidstein, den ich dünn zerschlug
und in Pulver zerrieb und mit dem ich nächtlich mir die Augen
zu bestreichen pflegte, bevor ich zu Bette ging. Es befahl darauf
der König, ihr die Augen auszureissen, und man fand unter
den Pupillen Venen, die ganz schwarz waren wegen der Menge
des gebrauchten Stibiums. Der Name der Frau war Zarqä al-Jamäma.
Das Wadi Jemäma aber hiess früher Gaww, wurde
aber mit ihren Namen Jemäma benannt.
Die Dichter gedenken ihrer und sagen:
,Nicht hat eine Bewimperte einstmals gesehen, wie sie,
(so wahr,) wie wahr gesprochen hat der Di’bitische Seher, als er
in Reimsprüchen prophezeite.
Sie schleuderte einen Blick, der nicht täuschte, als der
Morgennebel den Hundkopf (einen Berg in Jemäma) hervortreten
liess und er deutlich hervortrat.
Sie sprach ich sehe einen Mann, in dessen Hand eine
Schulter ist oder der einen Schuh flickt. O über das Wunder,
das er verübt!
Sie aber glaubten ihr nicht, was sie verkündete, und so
überfiel sie des Morgens der Fürst vom Geschlechte Hassans,
der vor sich Behelmte und Bogenschützen (wörtlich: Helme
und Bogensehnen) einhertrieb.
Und sie flössen niedersteigen das Geschlecht von Gaww
aus ihren Burgen und zerstörten die hochragenden Bauten, so
dass sie dem Boden gleich gemacht wurden.'