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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 86. Band, (Jahrgang 1877)

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D.  H.  Müller.

Fein  sei  von  euch  der  Wolilgeruch  der  Bräute;  denn  um
Wohlgeruch  zu  verbreiten,  zum  Salben  und  Schminken  seid
ihr  geschaffen.
Wären  wir  Männer  und  wäret  ihr  Weiber,  wir  würden
diese  Schmach  nicht  ertragen.
Schmach  sei  dem  Manne,  der  kein  Ehrgefühl  besitzt  und
stolz  unter  uns  einhergeht  gleich  einem  Hengste.
So  sterbet  denn  als  Edle  oder  treffet  eure  Feinde  mit
Unglückshieben,  denen  Feuer  entspriiht  (wörtlich:  mit  einem
Unglück,  das  Brand  wirft  in  das  Brennholz).
Und  wollt  ihr  das  nicht,  so  verlasset  eure  Wohnsitze  und
ziehet  in  eine  Hegend,  die  leer  von  Menschen  ist.
Sei  nicht  betrübt,  o  mein  Volk,  dass  der  Krieg  oft  die
Leute  zum  Kampfe  ruft;
Denn  es  geht  in  demselben  zu  Grunde  jeder  Sclave  und
Feigling,  unversehrt  bleibt  der  Mann  des  kräftigen  Stosses  und
des  edlen  Muthesk
Nachdem  Gadis  ihr  Lied  gehört  und  ihr  Ehrgefühl  sich
über  das  Geschehene  empört  hatte,  hielten  sie  eine  grosse  Versammlung ­
  ab,  und  beschlossen,  den  König  und  sein  Heer  zu
überfallen,  weil  sie  einen  offenen  Kampf  wegen  der  Menge  der
Feinde  fürchteten.  Die  Kunde  hiervon  kam  zu  Afira  und  sie
warnte  ihr  Volk:
,Uebet  keinen  Verrath  gegen  sie;  denn  Verrath  bringt
Schaden  und  jede  List,  mag  sie  noch  so  gering  sein,  hat  böse
Folgen.
Ich  fürchte  für  euch  dasselbe  morgen  (was  ihr  heute  thut;
denn  in  den  Ereignissen  liegt  eine  Zukunftskunde  für  den,
der  wohl  blickt.
Zündet  ihr  ein  Feuer  an  für  sie,  so  ist  darin  ein  plötzlicher ­
  Angriff  (d.  h.  ihr  seid  nicht  sicher,  dass  es  euch  verschonen ­
  wird).  Ist  das  euer  Charakter,  durch  den  ihr  Sieg  erhofft? ­

So  mähet  denn  nieder  den  Feind  in  seinen  Wohnsitzen
in  ehrenhafter  Weise  (im  offenen  Kampfe),  bis  ihr  seine  Hälser
abschneidet  k
Da  erwiderte  ihr  Bruder  Alaswad  ibn  Afar:
,Bei  deinem  Leben!  wir  unterfangen  nichts,  bei  dem  wir  die
Wendungen  des  Schicksals  und  seine  Gefahren  fürchten  müssten.
            
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