Südarabische Studien.
143
und Edelsteine, wie man dergleichen in so grosser Menge noch
nicht gesehen. An einer Ecke des Saales lag eine Schlange,
die einem vollgepfropften Reisesack glich, und wir vernahmen
eine leise Stimme: ,Nehmt euch, was euch bestimmt ist'. Als
wir eintraten, sagte ich zu meinem Gefährten: ,Du magst
noch so viel zusammenraffen, dich noch so schwer beladen,
es ist doch nur (verhältnissmässig) wenig, was wir mitnehmen
können und was beginnen wir dann (um herauszukommen)?'
Er aber antwortete: ,Wir müssen ja nicht auf demselben Wege
zurückkehren, auf dem wir hineingekommen, wir könnten dabei
noch zu Grunde gehen. Ich will vielmehr durch diesen Pfad
einen Ausgang suchen. Wir gelangten zum Ausgange mit
unserer Last von Edelsteinen, fanden Reitthiere daselbst bereit
und kehrten 1 zu seinem Stamme (den Maäfir) zurück.'
IV.
Die Mmjarische Kaside.
Wir haben in der Zeitschrift der D. M. G. (Bd. XXIX,
S. 620 ff.) darauf hingewiesen, dass mit Hülfe des grossen
Wörterbuches von Neswän die ursprünglichen Formen der in
der Kaside vorkommenden Nomina propria sich mit voller
Sicherheit hersteilen lassen und durch eine kleine Probe unsere
Behauptung belegt. Seither haben wir nicht nur alle auf Südarabien
bezüglichen Stellen des Sams-al-'Ulüm, sondern auch
mehrere Hss. der himjarischen Kaside und besonders das vortreffliche
Fragment Miles vergleichen können; wir haben auch
die Quelle des Neswan, die zwei Bücher des Iklil, untersucht
und dadurch neues Material für die Herstellung des Textes
der Kaside, so wie ihres Commentars gewonnen. Wir halten
es jedoch jetzt nicht für räthlich an eine Edition des Commentars
zu gehen, nachdem die Schriften des Hamdäni gefunden
worden sind.
Her Commentar der Kaside wird mit grossem Nutzen zur
Herstellung des Textes des Iklil benützt werden können. Die
himjarische Kaside hat für uns nur den Werth, dass sie fast
- 1 ergänze nach dem Sinne, das Textwort ist sehr dunkel.