Südarabische Studien.
133
oder fünf differirende Formen, während derjenige, der sie liest,
nur eine Form kennt. Da wir an dieser Stelle einen freien
Raum haben, so gefällt es uns unter jedem Buchstaben des
arabischen Alphabets alle verschiedenen Formen zu setzen.
Es differiren aber die Formen nur in der Weise wie in der
arabischen Schrift (d. h. es sind nicht grundverschiedene
Formen, deren sich die fjimjar bedient haben, sondern es sind
nur verschiedene Schriftformen des einen zu Grunde liegenden
Alphabets, wie ja auch in arabischen Schriften die Buchstaben
von den verschiedenen Abschreibern verschieden geschrieben
werden). Sie pflegten den Vocal ä (Elif) nicht zu schreiben
in der Mitte des Wortes, wie z. B. das Elif von (jltX+iö und
wofür sie (pan) und (am schreiben. Darin
folgen ihnen die Koränschreiber in der Mitte des Wortes (wörtlich:
in der Mitte der Buchstaben) z. B. in Bezug auf das Elif
von ,Rahmän 4 und das Elif von ,Insan ! . Sie behalten aber das
j (das Zeichen für langes ü) am Schluss des Wortes, wie z. B.
das Waw von dan'bjW. Was aber die Aussprache betrifft,
so . . . Sie scheiden auch je zwei Zeilen durch eine
Linie, je zwei Worte durch einen Trennungsstrich. Ein Beispiel
hiervon in dem ersten Musnad von Nä'it. Das ist seine Form. 41
Eine genaue Prüfung des Textes ergiebt die obige Transscription.
Nur statt 'jprt steht ’pn; das Nun muss aber sicher ausgefallen
sein. Aus dieser Stelle geht auch hervor, dass q-h I
nom. loci oder Tempel und nicht die Söhne des nbsn sind.
Das lange a ist nicht ausgedrückt (in 1111 d
p)b); während das ü am Schluss des Wortes num ausgedrückt
ist.
Wir sehen hieraus, dass Hamdäni und seine Gewährsmänner
das himjarische Alphabet wohl kannten, sie haben auch
einige sehr wesentliche Regeln der Orthographie gewusst, so
die Setzung des Trennungsstriches, die Auslassung der langen
Vocale in der Mitte, die Schreibung derselben am Schlüsse des
Wortes. 2 Das hat sie wohl befähigt, Eigennamen und leicht
1 Vgl. oben S. 128, Z. 10.
Hierin unterscheidet sich die Orthographie der Siidsemiten von der der
Nordsemiten. Während in den phöniz. Inschriften lange Vocale am Ende
des Wortes nicht ausgedrückt werden, müssen sie im Südsemitischen
ausgedrückt werden.