Südarabische Studien. 105
Araber sich hat anfertigen lassen, für so lange zur Verfügung
gestellt hat, als ich sie für meine Arbeiten benötliige. Dann
werden clie beiden Hss. in den Besitz des British Museum
tibergehen.
Durch diese beiden grossmüthigen Unterstützungen ist es
mir möglich geworden, meine Arbeit in London auf die Collation
dieser Schriften zu beschränken und die so gewonnene
Zeit auf die Abschrift des Kitäb-Gazirat al-Arab von Hamdäni
zu verwenden.
Ueber dieses interessante Buch, das eine systematische
Geographie Arabiens enthält, hat A. Sprenger (Die alte Geographie
Arabiens S. 2, Anm. 1) einige Mittheilungen gemacht und es
vielfach in derselben Schrift benützt. Der Codex Miles im
British Museum (Or. 1383) ist besonders zu Anfang lückenhaft.
Ich werde darüber erst berichten, nachdem es mir möglich
geworden sein wird, den Codex des Herrn Ch. Schefer in Paris
zu eollationiren. Dagegen will ich schon jetzt über ein Fragment
der himjarischen Kaside und ihres Commentars, das sich in
demselben Codex findet, ausführlich sprechen.
Während mich eine eingehende Prüfung des Rich’schen
Codex der himjarischen Kaside im British Museum (Vgl. Catalog
p. 486), nach dem der Wiener (N. F. 152) seiner Zeit angefertigt
worden ist, wie des Codex Niebuhr in Cambrigde überzeugt
bat, dass sich eine Collation derselben nicht lohne, erkannte
ich sofort dieses Fragment als ganz besonders eorrect und
zuverlässig. Denn all’ die Eigennamen, die ich nach den
Angaben des Sams-ul-'Ulüm und mit Zuhülfenahme der Inschriften
in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen
Gesellschaft Bd. XXIX, S. 620 ff. hergestellt habe und die in
allen mir vorgelegenen Hss. (auch in Cod. Berol. Petermann
184, 5) 1 äusserst entstellt und verstümmelt sind, finden in
diesem Fragmente sich ganz correct geschrieben. Die wenigen
Blätter sollen zum Theil schon in diesem Berichte, zum Theil
bei weiteren Mittheilungen aus den Schriften des Hamdäni
verwerthet werden. Es ist nicht leicht zu entscheiden, ob das
Fragment der Kaside von derselben Hand herrührt, von der
das Kitäb-Gazirat al-Arab geschrieben ist. Das steht mir aber
1 Vgl. darüber Ahlwardt, The Divans etc. Preface pag. XXIV. No. 17.