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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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Pfi  zm  ai  er.

Jahre  krank.  Hing-ling  behandelte  sie.  Er  setzte  sich  einige
Schuhe  weit  von  ihr  nieder  und  verschloss  die  Augen.  Nach
einer  Weile  sah  er  sich  nach  ihr  um  und  sagte  zu  Liü-I:  Lasset
uns  die'  Frau  fassen,  damit  sie  aufstehe.  —  Liü-I  sagte:  Die
alte  Frau  ist  Jahre  hindurch  krank.  Wie  könnte  sie  plötzlich
aufstehen?  —  Hing-ling  sagte:  Versuchen  wir  es  nur,  sie  zu
fassen  und  aufzuheben.  —  Beide  erfassten  jetzt  die  Frau  und
stellten  sie  auf.  Nach  einer  Weile  gebot  Hing-ling  wieder,  sie
auszulassen.  Sie  war  dann  im  Stande  zu  gehen  und  von  nun.
an  bald  genesen.  Seit  dieser  Zeit  lief  alles  Volk  zu  dem  Wasser
hin  und  sammelte  sich  um  dasselbe  gleich  Wolken.
Die  Frau  von  dem  G-esclilechte  Hoang,  welche  lange  Zeit
krank  gewesen,  fürchtete  sich,  auszugehen.  Hing-ling  liess
ihr  daher  Wasser  in  einem  Gefässe  zurück  und  liiess  sie  es
trinken.  So  oft  man  Wasser  wegnahm,  wurde  es  sogleich  durch
frisches  ersetzt.  Durch  zwanzig  Jahre  war  das  Wasser  klar
gleich  frischem  und  konnten  in  dasselbe  kein  Staub  und  kein
Schmutz  kommen.
Um  diese  Zeit  war  in  dem  Hause  m  fl  Kao-khuei’s
ein  Spuk.  Es  wurde  gesprochen,  gescholten,  angeschrien,  nach
innen  und  aussen  geworfen,  aber  man  sah  keine  menschliche
Gestalt.  Bisweilen  wandelten  Geräthschaften  umher,  zwei  oder
dreimal  brach  Feuer  aus.  Die  Beschwörer  beschworen,  unterdrückten, ­
  drohten,  aber  sie  konnten  kein  Ende  machen.  Man
wandte  sich  an  Hing-ling,  und  dieser  untersuchte  es.  Er  blickte
von  der  Höhe  des  Feldweges  auf  das  Dach  und  sagte  zu  Kaokhuei:
  Ist  dieses  euer  Haus?  —  Kao-khuei  antwortete:  Ja.  —
Hing-ling  sprach:  Es  genügt,  dass  ich  es  weiss.  —  Kao-khuei
nöthigte  ihn,  und  Hing-ling  konnte  sich  nicht  entschlagen.  Als
er  zu  dem  Thore  kam,  sah  er  eine  grosse  Menge  Abschnittsröhre
und  Schnüre.  Er  sagte  zu  Kao-khuei:  Man  soll  durch  das
Richtige  dem  Verkehrten  Einhalt  thun,  aber  man  kommt  mit
dem  Verkehrten  bei  dem  Verkehrten  zur  Hilfe.  Wie  könnte
ich  mich  entschlagen?  —  Er  liess  alles  verbrennen.  Er  nahm
bloss  unter  dem  Vordache  einen  kleinen  Sitz  in  Beschlag  und
entfernte  sich  dann.  An  dem  Abende  desselben  Tages  hatte  der
Spuk  ein  Ende.
Unter  den  Hilfleistungen  und  Heilungen  Hing-ling’s  waren
viele  von  dieser  Art.  Er  nahm  jedoch  Entlohnung  und  Dank
            
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