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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Machthaber  Hoan-wen  und  Hoan-hiuen.

einst  mit  ihren  Gefährtinnen  bei  Mondlicht  im  Freien  und  sah
wie  eine  Sternschnuppe  in  das  Wasser  eines  kupfernen  Beckens
fiel.  Dieselbe  glich  alsbald  einer  zweizölligen  Feuerperle,  und
ihr  Glanz  war  hell  und  rein.  Man  wetteiferte,  sie  mit  Kürbisschalen ­
  aufzufassen.  Seine  Mutter  von  dem  Geschlechte  Ma
erlangte  sie  und  verschluckte  sie.  Es  war  ihr,  als  ob  sie  davon
aufgeregt  würde.  Bei  der  Geburt  Hoan-liiuen’s  erleuchtete  ein
Glanz  das  innere  Haus.  Die  Wahrsager  hielten  dieses  für
wunderbar.  Desswegen  gab  man  ihm  den  kleinen  Namen  |||
Ling-pao  (reingeistige  Kostbarkeit).  So  oft  die  Wärterinnen
ihn  in  den  Armen  zu  Hoan-wen  trugen,  wechselten  sie  sofort
ab  und  kamen  zu  spät.  Sie  sagten,  dass  sie  doppelt  ein  gewöhnliches ­
  Kind  erfassen.  Hoan-wen  liebte  und  bewunderte  ihn
sehr.  Dem  Tode  nahe,  setzte  er  ihn  zum  Nachfolger  ein,  der
als  solcher  die  Einkünfte  eines  Fürsten  der  südlichen  Provinz
erhalten  sollte.
Als  Hoan-hiuen  sieben  Jahre  alt  war,  nahmen  die  für  die
Schrift  und  den  Krieg  Angestellten  des  Sammelhauses  und  der
Landstriche,  welche  Hoan-wen  zur  Zeit  seines  Todes  untergeben ­
  waren,  von  te  p| 1  Hoan-tschung,  dem  Oheim  Hoanhiuen’s,
  Abschied.  Hoan-tschung  streichelte  das  Haupt  Hoanhiuen’s
  und  sagte:  Dieses  sind  die  alten  Angestellten  deines
Hauses.  —  Hoan-hiuen  vergoss  bei  diesem  Anlasse  Thränen
und  verhüllte  sein  Gesicht.  Alle  staunten  über  ihn.
Als  Erwachsene) -  war  er  von  Gestalt  wundervoll,  von
Sitte  und  Geist  glänzend.  In  den  schönen  Künsten  vielseitig
bewandert,  verstand  er  es,  das  Gewöhnliche  des  Schriftschmuckes
zusammenzufügen.  Auf  Grund  seine)'  Begabung  stellte  er  sich
als  Mannhaften  und  Gewaltigen  hin,  und  Alle  hatten  vor  ihm
Furcht.  Auch  an  dem  Hofe  misstraute  man  ihm  und  hatte  ihn
noch  nicht  verwendet.  Erst  in  seinem  drei  und  zwanzigsten
Jahre  wurde  er  zum  Pferdewäscher  des  Nachfolgers  ernannt.
Um  die  Zeit  meinte  man  in  den  Berathungen,  dass  sein  Vater
Hoan-wen  ein  schlechter  Diener  gewesen.  Desswegen  unterdrückte ­
  man  Hoan-hiuen  so  wie  dessen  Bruder  und  machte  sie
zu  einfachen  Obrigkeiten.  Gegen  das  Ende  des  Zeitraumes
Thai-yuen  (396  n.  Ohr.)  zog  er  fort  und  wurde  aushelfender
Statthalter  von  I-hing.  Er  war  trübsinnig  und  hatte  seine  Absicht ­
  nicht  erreicht.  Er  stieg  einst  auf  eine  Anhöhe,  bjjckte
            
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