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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Machthaber  Hoan-wen  und  Hoan-hiuen.

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führte  Einer  den  Anderen  doch  nur  an  der  Halfter.  Die
Kriegsmänner  und  die  Heeresmenge  verbrauchten  die  Abgaben,
und  diese  wurden  schlechterdings  nicht  für  Reich  und  Haus
verwendet.  Als  verlautete,  dass  man  im  Norden  angreifen
werde,  kamen  die  huldigenden  Denkschriften  sofort  in  Gang,
und  man  zog  nach  dem  Laufe  des  Stromes  abwärts.  Die
Heeresmenge,  welche  nach  Wu-tsch’ang  rückte,  waren  viermal
bis  fünfmal  zehntausend  Menschen.
Yin-hao  dachte  sich,  dass  er  durch  Hoan-wen  die  Absetzung ­
  erfahren  werde,  und  er  sann  auf  Mittel,  wie  dieses  zu
vermeiden  wäre.  Ferner  wollte  er  durch  die  Tseu-yü-Fahne  1
das  Kriegsheer  Hoan-wen’s  zum  Stillstehen  bewogen.  Im  Inneren ­
  und  auswärts  hielt  man  Gespräche,  und  die  Gemüther
waren  in  Erregung  und  Schrecken.  Der  spätere  Kaiser
Kien-wen  war  um  diese  Zeit  Beruhiger  des  Kriegsheeres  rjjf  b
Derselbe  richtete  an  Hoan-wen  ein  Schreiben,  in  welchem  er
die  grosse  Berathung  der  Landesgötter  und  dasjenige,  wovon
Zweifel  und  Täuschung  ausgehen,  beleuchtete.  Hoan-wen  führte
sogleich  das  Kriegsheer  an  den  Ort  der  Niederhaltung  zurück
und  reichte  die  folgende  Auseinandersetzung  empor:
,Ich,  nahe  und  verwandt,  stellte  mich  an  die  Spitze  dessen,
was  ich  leite,  und  wollte  im  Norden  wegfegen  Tschao  und
Wei.  Als  das  Kriegsheer  in  Wu-tsch’ang  hielt,  empfing  ich
ein  Schreiben  des  das  Kriegsheer  beruhigenden  grossen  Heerführers, ­
  des  Königs  ^  Yö  von  Kuei-ki.  Er  besprach  darin,
wie  Wind  und  Staub  sich  mengen,  unnützer  Weise  Zweifel
und  Täuschung  entstehen  lassen.  Seine  Worte  haben  den
Sinn  von  Gefahr  und  Drangsal,  der  Kummer  erstreckt  sich
auf  die  Landesgötter.  Ich  untersuchte  es  voll  Bestürzung,
ich  erklärte  nicht,  woher  es  entsteht.  Gestalt  und  Schatten
blicken  auf  einander  zurück,  für  Herabfallen  und  Ueberschreiten
  ist  kein  Boden.  Ich,  in  Dunkelheit  und  Verborgenheit ­
  beschämt,  habe  die  Bürde  eines  wichtigen  Auftrages.
Bin  ich  hinsichtlich  der  Begabung  auch  nicht  der  rechte  Mensch,
besteht  mein  Amt  doch  in  der  Stillung  des  Aufruhrs.  Die
Räuber  und  Feinde  sind  noch  nicht  vernichtet,  die  Schande
des  Reiches  ist  noch  nicht  abgewaschen.  Ich  war  so  glücklich,

1  Eine  Friedensfaline.
            
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