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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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Werner.

ohne  diese  beiden  Termini  nicht  verstehen  könne.  Da  nun
dieses  Est  in  jedem  anderen  Verbum,  gleichsam  als  Wurzel
aller,  enthalten  ist,  so  inhärirt  die  Anzeigung  einer  Composition
allen  Verbis,  und  in  Folge  dessen  neigt  das  von  seinem  Suppositum ­
  abgeschiedene  Verbum  zu  demselben  hin,  und  auf  diese
grundhafte  allgemeinste  Accidenz  sind  alle  übrigen  accidentalen
Significationsmodi  des  Verbum  gestützt,  deren  Duns  Scotus
acht  aufzählt:  Qualitas,  Conjugatio,  Significatio,  Genus,  Persona,
Numerus,  Figura,  Tempus.  Diese  von  der  Siebenzahl  des
Donatus  abweichende  Achtzahl  wird  dadurch  gewonnen,  dass
die  Significatio,  welche  bei  Donat  und  Priscian  unter  das
Genus  subsumirt  ist,  als  gesonderter  Modus  significandi  behandelt ­
  wird,  was  bei  Petrus  Helias  und  Michael  de  Marbasio
noch  nicht  der  Fall  ist.  1  Duns  Scotus  bezeichnet  die  Significatio ­
  als  denjenigen  accidentellen  Significationsmodus,  vermöge
dessen  das  Verbum  die  Proprietät  des  Abhängigseins  von  einem
auf  das  Verbum  folgenden  Casus  obliquus  bezeichnet,  gleichwie
die  Compositio  die  Anzeigung  der  Abhängigkeit  von  einem  dem
Verbum  vorausgehenden  Suppositum  bedeutet.
Die  Qualitas  schliesst  nach  Donat  Modus  und  Forma  des
Verbum  in  sich,  welche  Duns  Scotus  gleichfalls  als  zwei  gesonderte ­
  accidentale  Significationsmodos  behandelt,  so  dass  damit ­
  die  obenerwähnte  Achtzahl  zur  Neunzahl  erhöht  wird.  Der
Modus  verbi  wird  von  ihm  zur  Compositio  in  spezielle  Beziehung ­
  gesetzt  als  Anzeigung  des  Modus  der  Zurückneigung
des  Verbum  zum  Suppositum.  Die  Zurückneigung  in  allgemeiner ­
  unbestimmter  Weise  wird  durch  den  Infinitiv  angedeutet; ­
  die  besonderen  bestimmten  Modi  der  Zurückneigung
durch  den  Indicativ,  Imperativ,  Optativ,  Conjunctiv.  Die
Meinung  derjenigen,  welche  den  Modus  finitus  schlechthin  dem
Casus  des  Suppositum,  mag  dieser  Casus  die  Ratio  principii
oder  Ratio  termini  anzeigen,  entsprechen  lassen,  wird  von
Duns  Scotus  unter  Beziehung  auf  die  schon  angegebene  Unterscheidung ­
  zwischen  Compositio  und  Significatio  abgelehnt.  Der
Modus  verhält  sich  zur  Compositio,  wie  das  Genus  verbi  zur
1  Vgl.  in  Bezug  auf  Michael  de  Marbasio  die  Stelle  bei  Thurot,  p.  183:
Conjugatio  in  verbo  non  est  aliquis  modus  significandi,  sed  est  quaedam
vocis  variatio.  —  Ueber  Helias  in  nächstfolgender  Anmerkung.
            
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