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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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W  erner.

Ganzen  sechs  gewinnt.  Die  Einführung  der  Species  unter  die
Accidenzen  des  Nomen  ist  auf  Rechnung  Priscians  zu  setzen,  1
wird  aber  von  Duns  Scotus  nur  bedingnissweise  angenommen,
sofern  er  aus  dem  Begriffe  dieser  Accidenz  dasjenige  ausscheidet, ­
  was  der  sprachlogischen  Auffassung  zufolge  unter  die
essentiellen  Bestimmungen  des  Nomen  einzubeziehen  ist.  Wenn
nämlich  Priscian  unter  die  Species  nominis  sowohl  die  Unterscheidung ­
  zwischen  species  appellativa  und  propria,  als  auch
zwischen  species  principalis  und  derivata  suhsumirt, 2  so  will
Duns  Scotus  die  Benennung  Species,  sofern  sie  die  Bezeichnung
einer  rein  accidentalen  Modalität  des  Nomen  ausdrücken  soll,
auf  den  Unterschied  zwischen  primären  und  abgeleiteten  Benennungen ­
  bezogen  wissen,  z.  B.  Mons,  Montanus.  Hiebei  wird
noch  auf  den  Unterschied  zwischen  Nomen  und  Pronomen  aufmerksam ­
  gemacht,  zufolge  dessen  die  Auseinanderhaltung
zwischen  primärer  und  abgeleiteter  Wortform  für  das  Pronomen
eine  essentielle  Bedeutung  hat  und  einen  Artunterschied  begründet, ­
  hei  den  Nominibus  aber  nur  einen  rein  accidentellen
Unterschied.  Die  Anführung  der  Anzeigung  der  Person  als
accidentellen  Significationsmodus  3  lässt  sich  einzig  nur  als  eine
verfehlte  Unterbringung  des  an  den  Personalpronominibus  gänzlich ­
  ausser  Acht  gelassenen  specifischen  Bezeichnungsmodus
erklären.  Er  theilt  diesen  Significationsmodus  wie  die  übrigen
vier  als  rein  accidentell  bezeichneten  gleichmässig  den  Nennwörtern ­
  und  Fürwörtern  zu.  1  Das  Genus  der  Nomina  theilt

1  Vgl.  Priscian.  Inst,  granim.  II,  22:  Accidunt  nomini  quinqne:  Species,
genns,  numerus,  figura,  casns.
2  Vgl.  Alcuin.  Gramm.:  Nomini  accidunt  secundum  Donatum  sex  .  .  .  .
secundura  Priscianum  quinque,  quia  ille  qualitatem  et  comparationem
simul  ,species*  nominavit,  quia  sunt  omnia  nomina  propriae  speciei  vel
appellativae,  principalis  vel  derivatae.
3  Persona  est  modus  significandi  nominis,  mediante  quo  nomen  proprietatem
loquendi  consignific.at;  et  secundum  diversitatem  loquendi  de  se,  ad  alium
vel  de  alio  variatur  persona  per  triplicem  differentiam  seil,  primam,
secundam  et  tertiam.  Gramm,  spec.,  c.  20.
4  Auch  in  Bezug  auf  die  Pronomina  nimmt  Duns  Scotus  eine  Scheidung
der  von  Donatus  aufgezählten  sechs  Accidenzen  (Qualitas,  Genus,  Numerus,
Figura,  Persona,  Casus)  vor,  indem  er  die  Qualitas  als  das  gemeinsame
Genus  der  beiden  essentiellen  Speciesunterschiede  der  Pronomina:  Deinonstrativa
  und  Relativa,  nimmt.  Gramm,  spec  ,  c.  23.
            
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