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Werner.
Die Grundtheilung der Pronomina ist bei Duns Seotus,
wie schon erwähnt, jene in Pronomina demonstrativ» und relativa.
Er identificirt diese Theilung mit jener des Donatus in
Pronomina finita und infinita, lässt sich aber hiebei völlig den
von Donatus in den Vordergrund gestellten Unterschied zwischen
persönlichen und unpersönlichen Fürwörtern entgehen, 1 und
substituirt diesem den Gegensatz zwischen anwesenden und
abwesenden Objecten, indem er dafür hält, dass derselbe durch
die Eintheilung des Donatus eigentlich gemeint sei, womit indess
der Wortlaut des Textes des Donatus nicht vereinbar ist.
Mit dem Unterschiede zwischen Anwesenden und Abwesenden
vergesellschaftet er den Gegensatz zwischen Gewissem und
Ungewissem, und bezeichnet somit die demonstrativen Pronomina
als jene, welche eine Sache unter dem Gesichtspunkte
einer unmittelbaren, durch die Gegenwart des bezeiehneten
Objectes verbürgten Gewissheit bezeichnen, 2 während das Pronomen
relativum auf einen abwesenden, in der Erinnerung
wiederkehrenden Gegenstand hinweist. 3 Diess Letztere soll
selbst schon durch die rationell erfasste Etymologie des Wortes
Relativum ausgedrückt sein. 1 Eine untergeordnete rein grammatische
Bedeutung hat für Duns Seotus die Eintheilung der
Pronomina in substantive und adjective Pronomina, wobei nur
abermals seine Erklärung über den Grund der den persönlichen
Fürwörtern beigelegten substantiven Geltung charakteristisch ist. 5
1 Donat. Ars gramm.: Qualitas pronominum bipertita est; aut enim finita
sunt pronomina aut infinita. Finita sunt, quae recipiunt personas, ut ego,
tu, ille; infinita sunt, quae non recipiunt personas, ut quis, quae, quod.
Sunt etiam pronomina minus quam finita, ut iste, ipse. — Die von Duns
Seotus gewählte Bezeichnung: Pronomina deinonstrativa, relativa, ist, wie
schon oben (vor. Seite, Anm. 2) erwähnt wurde, aus Priseian entlehnt.
Primae quidem et seeundae personae pronomina — bemerkt Priseian —
semper sunt deinonstrativa — utraque enim praesens ostenditur persona
— tertiae vero alia modo demonstrativa, modo relativa. Inst, gramm.
XII, 3.
2 Pronomen demonstrativum significat rem sub ratioue vel proprietate praesentiae
seu notitiae primae. Gramm, spec., c. 22.
3 Pronomen relativum significat rem sub proprietate absentiae et incertitudinis
seu notitiae seeundae. I b i d.
4 Relatio, quasi rei ante latae recordatio. Ibid.
5 Sciendum, quod a grammaticis ponuntur tria pronomina substantiva, seil,
ego, tu, sui, quia hujusmodi usi sunt poetae virtute demonstrationis et