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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Datirung  der  Urkunden  Lothar  I.

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liehen  Annahme  den  Bischofstuhl  bis  852  inne.  1  Aus  dem
Inhalt  der  Urkunde  ergibt  sich  keine  nähere  Zeitbestimmung.
Die  Besitzungen  konnten  auch  schon  unter  Agobard  entfremdet
worden  sein  und  es  ist  dies  bei  seiner  oppositionellen  Stellung
gegen  Ludwigs  Regiment  das  Wahrscheinlichere.  Nichts  berechtigte ­
  dazu,  eine  Einziehung  der  Güter  durch  Lothar  anzunehmen. ­
  2  So  ergibt  sich  als  sichere  Zeitbestimmung  nur
die  Amtsdauer  Atnolos  841  —  Beginn  852;  vielleicht  fällt  die
Restitution  in  die  Zeit  von  Lothars  Aufenthalt  in  Lyon  842
oder  seines  Zuges  in  die  Provence  845,  auf  dem  er  ohne
Zweifel  diese  Stadt  berührte. 3
In  den  übrigen  Urkunden  erscheint  schon  Erzbischof
Remigius.  1  In  der  einen  Loth.  131  werden  Erzbischof  Drogo
von  Metz  [f  855],  Lothars  Tochter  Bertha  5  und  Hilduin,  in
der  zweiten  Loth.  132  dieser  allein,  in  der  dritten  Loth.  133
der  Markgraf  Gerard  ö  als  Intervenienten  genannt. 7  Aus  diesen
Angaben  ist  keine  nähere  Zeitbegrenzung  zu  gewinnen.  Aber
es  ist  bemerkenswert,  dass  das  ganze  Formular  dieser  Urkunden ­
  mit  Loth.  127  [B.  611]  und  dem  diesem  nachgeschriebenen ­
  Stücke  Loth.  130  [B.  612]  genau  übereinstimmt.
Es  dürfte  daher  nicht  zu  gewagt  sein  deren  Datirung,  die
unverkennbar  aus  echter  Vorlage  stammt,  für  diese  Urkunden
in  Anspruch  zu  nehmen.  Darnach  sind  sie  852  einzureihen;
welche  aber  zum  Juni  und  welche  zum  September,  lässt  sich
nicht  entscheiden  und  ist  auch  vollkommen  belanglos.  8
1  Gams  Ser.  episc.570;  nach  M.  G.  S.  2,  322  n.  43  starb  er  am  31.  März.
2  Auch  noch  Lothars  Sohn  Karl  restituirt  viilas  multis  iam  annis  ablatas,
Bouquet  8,  399  vgl.  B.  713.
3  Die  übrigen  Restitutionen  Lothars  vertheilen  sich  auf  842—848,  Loth.  67,
84,  107  vgl.  136  [B.  614].
4  Cui  curam  ac  regimen  eiusdem  ecclesiae  eommissam  habemus,  Loth.
131—133.  Remigius  wird  neben  Agilmar  von  Vienne  in  Loth.  136  [B.  614]
von  853  Juli  3  als  Königsbote  genannt.
b  Intervenientin  852  Mai  7  Loth.  125.
6  Noch  Intervenient  unter  Lothars  Sohn  Karl  B.  713,  718,  719.
7  d’Achery  Spie.  3,  340,  342  =  Bouquet  S,  390  n°  34,  35,  389.
8  Beyer  1,  717  Loth.  153  theilt  aus  einer  Copie  s.  XVI  ein  Verzeichnis
des  Prümer  Kirchenschatzes  von  1003  mit,  dem  auch  ein  Auszug  aus
einem  Präcept  Lothars  de  ecclesiastico  thesaurn  eingefügt  ist;  an  eine
Urkunde  erinnert  nur  die  Publicationsformel.  Entschliesst  man  sich  zur
Annahme  eines  Diploms,  so  mag  dasselbe  mit  Görz  Mittelrhein.  Reg.  602
            
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