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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Kim

530  Mülilbacher.
Fontanet  kaum  noch  ein  Interesse  haben  konnten  sich  von
Lothar  ihre  Privilegien  von  neuem  verbriefen  zu  lassen.  1
Weiteren  Spielraum  gewährt  die  Inquisitionsverleihung  an
Bischof  Ageno  von  Bergamo  Loth.  150 2  Or.  in  Bergamo.  Der
kaiserliche  Titel  passt  für  die  Zeit  von  823—855.  Nach  Lupi 3
bestieg  Ageno  den  Bischofstuhl  etwa  837;  840  unterzeichnet
er  zu  Ingelheim  die  Restitutionsurkunde  Ebos  von  Reims
Loth.  48  |B.  560]  und  ist  auch  nach  Lothars  Tod  857  noch
urkundlich  nachweisbar. 4  Mag  auch  die  Vermutung  nahe
liegen,  dass  er  840  das  Privileg  wenn  nicht  erhielt,  so  doch
erwirkte, 5  so  wird  man  diesem  doch  einen  grösseren  Zeitraum
zuweisen  müssen.  Die  Grenze  ist  mit  dem  Jahre  850  gegeben,
in  dem  die  italienischen  Angelegenheiten  an  Ludwig  II.  übergehen. ­
  Die  Urkunde  lässt  sich  daher  sicher  nur  für  837—850
bestimmen;  einige  Wahrscheinlichkeit  mag  die  zweite  Hälfte
des  Jahres  840  für  sich  haben.
Für  Lyon  haben  sich  noch  einige  datirungslose  Urkunden
erhalten,  welche  d’Achery  e  schedis  Louvet  mittheilt;  ihre
Echtheit  unterliegt  keinem  Zweifel.  Die  erste  Loth.  126 6
restituirt  dem  Erzbischof  Amolo  einige  per  aliquot  temporum
intervalla  diversis  variarum  perturbationum  casibus  seiner  Kirche
abhanden  gekommene  Güter.  Amolo,  Agobards  Nachfolger,
wurde  841  Jänner  16  geweiht; 7  er  hatte  nach  der  gewöhn-1

  Lothar  urkundet  zwar  841  October  21  für  St.  Maur  de  Fausses,  Loth.  65
Tardif  98;  aber  es  ist  eine  Schenkung,  die  er  aus  freien  Stücken  macht,
um  der  Armut  des  Klosters  zu  steuern.  In  Betreff  der  Datirung  schliesst
sich  diese  Urkunde  den  von  Ficker  Urkundenlehre  1,  131  besprochenen
Fällen  Loth.  67,  141  an;  die  Schenkung  erfolgt  im  Kloster  und  wird  erst
zu  Bonneuil  verbrieft.
2  Lupi  1,  721  ex  or.  mit  Siegelabbildung'  zu  841  —  847,  Cod.  Lang.  280  ex
arch.  cap.  Nach  K.  Pertz  M.  G.  ist  das  Schlussprotokoll  abgerissen
[reliqua  abscissa];  dagegen  bemerkt  Lupi  nur  imperatoris  et  cancettarii
subscriptionibus  et  chvonologicis  notis  caret.  St.  3361  nach  Celestino  2°,
430  und  Ughelli  4,  452  [ed.  pr.  647]  irrig  zum  Jahre  1133.
3  Cod.  Berg.  1,  683.
1  Cod.  Lang.  336  vgl.  257,  274,  330;  er  spielt  noch  863  und  864  eine  Rolle,
Hincmari  Ann.  863,  Diimmler  Ostfränk.  Reich  1,  512.
5  Dass  die  übrigen  uns  erhaltenen  Inquisitions-Privilegien  Loth.  37.  60
[B.  551,  569],  75  in  die  Zeit  837—843  fallen,  ist  ohne  Belang.
6  d’Achery  Spie.  2.  ed.  3,  339  =  Bouquet  8,  383  c.  846.
7  Ann.  Lugd.  M.  G.  S.  1,  110.
            
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