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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Datirung  der  Urkunden  Lothar  I.

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Schreibfehler  oder  ein  Versehen  dass  für  jede  Urkunde  die  Daten
eigens  berechnet  wurden,  ist  mindestens  unwahrscheinlich  —
annehmen  können.  Dieses  Verhältnis  findet  statt  in  Loth.  97
[B.  593]  M.  P.  Chart.  1,  42  Or.  in  Turin  mit  der  Datirung
anno  in  ltalia  XXVI  et  in  Francia  VI  ind.  VI;  1  hier  mochte
dem  Urkundenschreiber  ein  ähnliches  Versehen  zugestossen
sein  wie  dem  Mönche  von  Prüm;  schreibt  dieser  die  Indictionsziffer
  auch  schon  für  die  anni  in  Francia,  so  wiederholt  jener
die  eben  niedergeschriebene  Zahl  der  Jahre  in  Francien  auch
für  die  Indiction.
Eben  so  wenig  statthaft  ist  das  Verhältnis  ind.  —  a.  in
Francia  -j-  7,  wie  es  in  Loth.  67  Beyer  1,  77  Or.  in  Berlin 2
auftritt  mit  der  Datirung  anno  in  ltalia  XXIII  in  Francia  III
ind.  1III.  Während  die  Regierungsjahre  nur  842  entsprechen,
würde  die  Indiction,  da  die  Urkunde  noch  dazu  das  Datum
August  29  trägt,  das  Jahr  841  ergeben.  Die  Annahme  nichteinheitlicher ­
  Datirung  ist  von  vornherein  ausgeschlossen;  denn
das  Diplom,  welches  sogar  ausnahmsweise  unter  Actum  den

1  Die  M.  P.  geben  in  der  Recognition  irrig  Alduini  statt  Hilduini.  Unbrauchbar ­
  ist  der  Druck  Muratori  Ant.  6,  315,  dem  die  Zahlen  fehlen;
das  Datum  entnahm  Böhmer  Pertz’  Archiv  5,  323.  Verderbt  ist  die
Datirung  auch  in  Loth.  98  [B.  594]  von  M.  P.  Chart.  1,  43  als  Original
bezeichnet,  nach  Bethmann,  vgl.  M.  G.  S.  7,  105  n.  77,  108  n.  88,  Copie
s.  IX  ex.  vel  X  in.;  in  der  Abschrift  des  Apparates  der  M.  G.  bezeichnet
er  das  Stück  als  Cop.  s.  X  orig,  cartam  imitans.  Bethmann  und  die
M.  P.  geben  die  Daten  a.  in  ltalia  XXVI  in  Francia  VI  ind.  VII,
Muratori  Ant.  5,  971  dagegen  ind.  VI;  aber  auch  G.  H.  Pertz  bemerkt
zu  einer  Collation  ind.  VI?  Doch  das  Stück  ist  auch  inhaltlich  verdächtig ­
  und  mindestens  interpolirt.  Ich  erinnere  nur  an  die  Stellen:
Omnem  districtionem  vel  iudicium  .  .  concedinms  providendutn  et  ordinandum
  exceptis  illis  culpis  criminalibus  de  guibus  sacerdotibus  et  monachis
non  est  diiudicandum  .  .  .  reliquae  vero  causae  per  mimstros  et  ordines
ipsius  monasterii  deliberatae  et  definitae  fiant  absgue  impedimento  vel  solacii
occasione  cuiuslibet  comitis  aut  reipublicae  missi  salva  illoi'um  honinum
libertate.  Bei  Böhmer  sind  beide  Citate  aus  Muratori  irrig.
2  Die  Zahlen  der  Datirungszeile  sind  im  Original  vollständig  erhalten,  dagegen ­
  ist  Recognition  und  Actum  nach  M.  G.  aus  dem  Balduineum
s.  XIV  et  exemplari  altero  in  tabul.  Berol.  f.  59‘  inter  putrefacta  (vgl.
Pertz’  Archiv  11,  770)  in  folgender  Weise  zu  ergänzen:  [Remigius]  notarius
  ad  vicem  Agilfmari  ree.].  Actum  Mafrtiaco  villa  s,  Salvatoris  de
Prumia],
            
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