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Mühlbache r.
wahrscheinlichst in den September 833. In diesem Monat ist
Lothar in Soissons nachweisbar 5 da berichtet wird, dass er hier
der Jagd oblag, so ist ein längerer Aufenthalt, der auch schon
den Beginn des Monats umfassen konnte, anzunehmen; Lothars
Besuche zu Soissons im October, als er der Kirchenbusse seines
Vaters beiwohnte und als er diesen dann in eigne Haft übernahm,
können kaum in Betracht kommen; im October wäre
wohl nur Actum Compendii am Platze. 1
Die Angabe ind. XI beruht wol auf einem Fehler, denn
sie müsste allem Anscheine nach als Bedaische Indiction angenommen
werden, deren Gebrauch in Lothars Kanzlei kaum
wahrscheinlich ist; näher liegt ein Versehen des Schreibers,
der XI statt XII einsetzte. Durch diese Urkunde wird aber
auch die noch neuestens von Simson 2 vertretene Ansicht widerlegt,
Hilduin von St. Denis sei der Empörung von 833 fern
geblieben, und die Nachricht Flodoards, 3 Hilduin habe Hinkmar
für Lothars Sache gewinnen wollen, der Glaubwürdigkeit sehr
nahe gerückt.
Die zweite Periode Lothars zeigt also durchwegs ungenauere
Datirung; annus in Italia XII wird übersprungen, die
Indiction ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle verlässlich.
1 Nach einer mir nachträglich zugekommenen Mittlieilung von Dr. Foltz
ist im Original eine Lücke gerissen, über welche eine Haiul s. XVI [XVII]
ianuarii schrieb; ausser dem Abkürzungszeichen sei nur noch ein Tlieil
eines Oberschaftes erhalten; vor diesem sei noch Raum für 3—4 Buchstaben,
so dass wahrscheinlichst ursprünglich septb oder octb gestanden
habe, die Nachbesserung ianuarii sei daher unmöglich; Foltz ist geneigt
der Raumverhältnisse wegen sich für octb zu entscheiden.
2 Ludwig der Fromme 2, 51. Dass Hilduin 834 Juli 3, Sickel L 320 als
Fürsprecher erscheint, fällt nicht ins Gewicht. Auch Markward von
Prüm, dessen Gewahrsam der kleine Karl anvertraut wurde, erwirkt um
dieselbe Zeit ein Diplom für sein Kloster, L 321 vgl. 328, und wird sogar
als Unterhändler an Lothar gesandt, Thegan 53 vgl. Simson 2, 110 n. 1,
wie auch Otgar von Mainz, Ludwigs Gefangen Wärter in Achen, Thegan
c. 43, 835, mit einer ähnlichen Mission betraut wird, Transl. s. Severi,
Jatfd Bibi. 3, 514. Diese Fälle zeigen höchstens, dass diese Männer
rechtzeitig an Ludwig sich anzuschliessen verstanden oder auch, dass
man bei Hof die Politik geändert. In St. Denis, wo Lothar 834 seinen
Vater zurückgelassen, vollzog sich auch dessen Befreiung. Wie 830 so
zählte Hilduin auch 840 zu Lothars eifrigen Parteigängern, Nithard 1,4, II, 3.
3 Hist. Rem. III, 1, Migne 135, 139.