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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Datirung  der  Urkunden  Lothar  I.

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Schaft  und  liess  sich  den  Treueid  schwören.  1  Er  ging  zunächst
nach  Marlei,  wo  er  das  Heer  entliess  und  einige  Zeit  verweilte. 2
Ueber  Maurmünster,  Metz,  Verdun  zog  er  dann  nach  Soissons;
hier  gab  er  im  Kloster  des  heiligen  Medard  den  Vater  in
strenge  Haft,  sandte  den  Stiefbruder  Karl  in  sicheren  Gewahrsam ­
  nach  Prüm  und  pflegte  des  Waidwerks,  bis  er  zu  den  am
I.  October  eröffneten  Reichstag  nach  Compiegne  abging. 3  Noch
zweimal  finden  wir  Lothar  in  diesem  Monat  zu  Soissons,  bei
der  Kirchenbusse  seines  Vaters  1  und  bald  darauf,  als  er  diesen
abholt,  um  ihn  in  eignen  Gewahrsam  zu  nehmen.  5  Am
II.  November  wurde  der  Reichstag  geschlossen 6  und  Lothar
zog  nach  Achen,  wo  er  am  29.  d.  M.  anlangte. 7  Wenige  Tage
später  ging  er  zu  einer  Unterredung  mit  Ludwig  dem  Deutschen
nach  Mainz,  kehrte  aber  vor  Weihnachten  wieder  nach  Achen
zurück. 8  Bald  fühlte  er  sich  hier  nicht  mehr  sicher,  als  seine
Brüder  Ludwig  und  Pippin  für  den  Vater  zu  den  Waffen
griffen;  diesen  mit  sich  führend  eilte  er  durch  den  Haspengau
nach  Paris. 9  Schon  am  19.  Februar  10  empfing  er  zu  St.  Denis
eine  Gesandtschaft  seiner  Gegner;  als  er  noch  die  Kunde  vom  Anzuge ­
  Ludwig  des  Deutschen  erhielt,  entwich  er  am  28.  Februar 11
mit  den  Seinen  nach  Burgund  und  schlug  in  Vienne  sein
1  Die  Belege  bei  Simson  2,  54—56.
2  Prout  libuit  commorans.  V.  Hlud.  c.  48.
3  V.  Hlud.  c.  48  vgl.  Ann.  Bertin.  833,  M.  G.  S.  1,  426.
4  Exauct.  Hlud.  M.  G.  L.  1,  367.
5  Ann.  Bertin.  833.
6  V.  Hlud.  c.  49.
7  In  vigilia  s.  Andreae,  Ann.  Bertin.  833  vgl.  Thegan  c.  45,  V.  Hlud.  c.  49.
8  Ann.  Bertin.  833,  Thegan  c.  46.
0  Die  Zeit  des  Aufbruches  von  Achen  lässt  sich  nach  den  erzählenden
Quellen  nicht  genau  bestimmen.  Während  die  Reichsannalen  nur  melden
Cumque  hoc  Lotharius  cognovisset,  de  Aquis  ahscessit,  Ann.  Bertin.  834,
berichtet  die  Vita  Hlud.  c.  50:  Hieme  autem  exacta  et  vere  iamn  roseam
fatiem  pvaetendente  Hlotharius  patre  assumpto  .  .  iter  arripuit.  Thegan
erzählt  von  einer  Gesandtschaft,  die  der  jüngere  Ludwig  nach  Epiphanie
noch  nach  Achen  geschickt,  und  fügt  hinzu:  Iltis  missis  aheuntihus  statim
IJlutharius  compellens  patrem,  ut  cum  eo  iret  Herum  ad  Compendium,  qui
consentiens  filio  perrexit  cum  eo,  c.  47,  48.  Simson  2,  86  sötzt  den  Aufbruch ­
  in  den  Jänner.
10  Instabat  quadragesimae  tempus  cuius  ebdomada  T  feria  quinta  .  .  missi
sunt  legati  ad  Hlotharium.  V.  Hlud.  c.  51,
11  Ann.  Bertin.  834.
            
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