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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Die  Datirung  der  Urkunden  Lothar  I.

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seinem  Zwecke  gemäss  berührt  Simson  nur  nebenbei  die  Sache, 1
ohne  wesentlich  Neues  zu  geben.
Kein  Theil  der  Urkunde  ist  mehr  der  Verderbung  unterworfen ­
  als  die  Datirungszeile.  Wie  hier  am  leichtesten  sachlicher ­
  Irrthum  sich  einnistet,  so  bieten  die  Zahlzeichen  auch
formellen  Fehlern  weiten  Spielraum.  Hier  können  dem  Copisten
sowol  als  dem  Herausgeber  am  ehesten  Uebersehen  zustossen,
nirgends  spielen  Schreib-  und  Lesefehler  eine  solche  tonangebende ­
  Rolle.  Ist  daher  die  strenge  Sichtung  der  Quelle
wie  der  Ueberlieferung  von  ausschlaggebender  Bedeutung,  so
kommt  nicht  minder  die  Gesammtheit  des  Materials  in  seiner
unterscheidenden  Gruppirung  in  Betracht.  Dafür  empfehlen
sich  Tabellen,  für  welche  Sickel  in  den  Beiträgen  zur  Diplomatik ­
 2  ein  Muster  geliefert:  wie  für  die  Statistik,  so  sind  sie  für
derartige  chronologische  Specialuntersuchungen  unentbehrlich.
Ich  füge  am  Schlüsse  eine  ähnliche  Uebersichtstafel  der  Urkunden ­
  Lothar  I.  bei.  In  der  Rubrik  Ueberlieferung  verzeichne
ich  die  Gestalt,  in  welcher  der  betreffende  kaiserliche  Act
auf  uns  gekommen,  ob  in  Original  oder  Einzelcopie  oder
Chartular,  in  der  Rubrik  Quelle  den  Druck  oder  die  handschriftliche ­
  Angabe,  welchen  ich  die  Daten  entnehme. 3  Da
genau  ebenso  Hrotmund  (vgl.  Böhmer  576,  gehört  ins  Jahr  843,  mit  688,
589,  592,  619)  u.  s.  w.‘
1  Jahrbücher  des  fränk.  Reichs  unter  Ludwig  dem  Frommen  1,  184  n.  7.
2  Wiener  Sitzungsber.  39,  162—177.
3  Für  die  Neubearbeitung  der  Karolingerregesten  Böhmers  war  ich  in  der
glücklichen  Lage  auf  Grundlage  eines  von  Ficker  als  Rechtsnachfolger
Böhmers  mit  G.  H.  Pertz  abgeschlossenen  und  von  der  neuen  Centralleitung ­
  anerkannten  Vertrages  das  gesammte  Diplomenmaterial  der  Monujnenta
  Germauiae  benützen  zu  können,  wie  überhaupt  die  ganze  Bearbeitung ­
  in  ebenso  liebenswürdiger  als  umfassender  Weise  von  Herrn
Prof.  Sickel  gefördert,  grossentheils  durch  ihn  erst  ermöglicht  wurde,
wofür  ich  meinen  wärmsten  Dank  ausspreche.  Ich  bezeichne  die  dem
handschriftlichen  Apparate  der  Mon.  Germ,  entnommenen  Daten  mit
M.  G.  und  füge  den  Namen  des  Gewährsmannes  an.  Für  die  Namen
der  Recognoscenten  gebe  ich  der  Uebersichtlichkeit  wegen  sogleich  die
durch  Originale  beglaubigte  Form,  wenn  das  betreffende  Stück,  welches
eine  Reibe  eröffnet,  auch  eine  verderbte  Namensform  aufweist.  Die
Kürzungen  Or.  =  Original,  K.  =  Copie,  Ch.  =  Chartular,  Hs.  =  Handschrift, ­
  s.  —  saeculi  bedürfen  kaum  der  Rechtfertigung  so  wenig  als
M.  G.  L.  =  Mon.  Germ.  Leges,  M.  P.  =  Mon.  Patriae,  M.  B.  =  Mon.
Boica.
            
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