Beiträge zur Diplomatik VI.
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Greifen wir aus dem Folgenden zunächst die beiden
Namenreihen heraus, so finden wir in C 14 Zeugen genannt,
und dann 10 Grafen in der Umgebung des Kaisers, dagegen
in D 11 Zeugen und an zweiter Stelle 11 Grafen. Von den
in C genannten Zeugen lässt D einfach 3 aus, bietet aber die
andern Namen in fast gleicher Folge. AVeiter gehen beide
Urkunden bei der zweiten Reihe auseinander: nur in C wird
Uto aufgeführt, nur in D Gotefredus und Managoldus; ferner
sind die letzten Namen etwas umgestellt. Gerade hier zeigen
sich also C und D als ganz unabhängig von einander. Dass
R. und Willigis C. Namen, die einem jeden gerade im Gedächtniss
geblieben waren, aufgeschrieben, ist, da die Folge
der Namen ziemlich gleich ausfällt, unwahrscheinlich. Diese
erklärt sich nur aus einer Aufzeichnung, welche beide Dictatoren
direct oder indirect benutzt haben, wobei ein jeder aus
seiner Vorlage die Namen nach Belieben auswählte. Wir
kommen auf die Frage nach der Existenz und Beschaffenheit
eines unseren beiden Urkunden zu Grunde liegenden Akts
zurück.
Bekanntlich ist aus den Urkunden über Inquisition nicht
zu erweisen, dass für die Geschwornen eine Minimalzahl festgestellt
worden sei; dann konnte man sich auch in einem
Bericht mit einem Minimum von Namen begnügen. Besonders
ein königlicher Notar, welcher die betreffenden Personen nicht
kannte, mochte auch kein Interesse an der Vollständigkeit der
Aufzählung nehmen. Eher mochte ein Gaugenosse, wie es R.
vielleicht gewesen, sich veranlasst sehen, in seinem Elaborat
die Namen der ihm persönlich bekannten Zeugen zu verewigen.
Umgekehrt lag es einem am Hofe lebenden Manne
näher als einem andern, sich da der Vollständigkeit zu befleissigen,
wo von der Besetzung des Königsgerichts die
Rede war.
Hier drängte sich mir die Frage auf, ob sich etwa aus
der Art und Weise, wie R. und Willigis B. die Namen
schreiben, die Herkunft jener Beiden bestimmen lasse. Ich
cives Curienses Constantie nobis obviam convenire iussimus, klingt doch,
als wenn der Kaiser Chur nicht berührt, sondern einen andern Weg eingeschlagen
habe.