Beiträge zur Diplomatik VI.
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gemäss, aber sie stellt der Bücberminuskel weit näher als der
diplomatischen Minuskel, welche die Kanzlei regelmässig- für
ihre Ausfertigungen verwendete 1 und die sich auch ausserhalb
der Kanzlei stehende Diplomenschreiber nachzuahmen die
Mühe gaben. Sie lässt sich am ehesten der in Chartae pagenses
vergleichen oder der, welche auch die Kanzleibeamten in der
Datirungszeile anzubringen pflegten. Letzteres gab mir Anlass,
die Buchstaben des Contexts von C mit denen der Schlussformeln
zahlreicher gleichzeitiger Diplome zusammenzuhalten;
doch fand ich die Iiand, von der unser Stück stammt, auch
hier nicht wieder. Somit kann ich den Context von C so
wenig für in der Kanzlei geschrieben halten, als für dort
dictirt, und vollends kann ich C nicht als Präcept gelten
lassen, obgleich dies Wort in dem schon angeführten Schlusssätze
gebraucht wird.
Auf der anderen Seite bezeugen gewisse äussere Merkmale
von C, dass an der Entstehung desselben die kaiserliche
Kanzlei sogar mehrfachen Antheil gehabt hat. Schon das
Pergament ist als in der Kanzlei zum Beschreiben vorbereitet
zu bezeichnen. Wir sehen nämlich unter den zehn Schriftzeilen
zuerst noch eine Linie blind vorgezogen, dann in entsprechender
Entfernung ein paar enger aneinander gerückte
Linien, ganz wie sie in der Kanzlei für Eintragung der Subscriptionen
von Diplomen vorbereitet zu werden pflegten.
Mehr ins Gewicht fällt der graphische Charakter der ersten
verlängerten Zeile mit Einschluss des Chrismon. Jeder Schriftaller
vom Photographen aufgewandten Sorgfalt Hess sich das sehr zerknitterte
und hier und da bauschig gewordene Pergament nicht mehr als
glatte Fläche aufspannen, am wenigsten da wo wie bei Z. 6 die Schrift
in die alte Querfalte fiel, so dass die Buchstaben hier auf der Abbildung
verkürzt erscheinen. Gleiche Schwierigkeiten bereiteten die perpendicularen
Falten. Hier habe ich besonders zu bemerken, dass das Pergament,
da wo die Längenfalte rechts vom Siegel läuft, oben frühzeitig zerrissen
ist. Indem nun das Pergament aufgeklebt, dabei aber die Ränder zu
nahe aneinander gefügt wurden, ist eine Furche entstanden, in welcher
einzelne Buchstaben verschwinden; im Original noch allenfalls sichtbar,
Hessen sie sieh durch die Photographie nicht wiedergeben.
1 Selbst der Originalbrief St. 460 (jetzt im Berliner Archiv) ist so geschrieben,
und zwar von dem Notar, den wir im Neuen Archiv 1, 464
und 509 mit Willigis A. bezeichnet haben.
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