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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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S  i  c  k  e  1.

gegangen  sein  kann.  Indem  dann  zahlreiche  Mönche  besonders
aus  St.  Maximin  in  Trier  nach  Magdeburg  und  nach  anderen ­
  deutschen  Orten  zogen,  musste  sich  das  lothringische
Element  bald  mit  den  anderen  verschmelzen.
Zu  dem  was  ich  über  die  Dictate  unseres  Liutolf  C.  bereits
bemerkte  (S.  365)  habe  ich  nur  noch  weniges  nachzutragen.
St.  233  ist  abgesehen  von  der  Güteraufzählung  sehr  kurz.  St.  277
ist  einer  Vorurkunde  nachgeschrieben.  St.  559  wiederholt  im
ersten  Theile  St.  236  und  beschränkt  sich  im  zweiten  fast  auf
eine  Liste  von  Pertinenzen.  Es  liegt  also  nur  wenig  Material
zur  Vergleichung  vor.  Dennoch  lassen  sich  einige  Ausdrücke  als
unserem  Dictator  eigenthtimlich  und  andere  als  in  lothringischen ­
  Urkunden  vorkommend  anführen.  In  St.  236  fällt  der
häufige  Gebrauch  des  Ablativus  Gerundii  auf.  Daran  schliessen
sich  an:  aliqua  eiusdem  infortunia  recuperanda,  solitas  ministrorum
  contentiones  penitus  removendas  (St.  236),  ambiguum
removendum  (St.  559).  Mag  man  hier  Auslassung  der  Präposition ­
  ad  annehmen  oder  einfachen  Accusativ  des  Verbalsubstantivs ­
  für  causale  Apposition,  so  steht  diese  Ausdrucksweise ­
  ganz  vereinzelt  da.  Wenn  uns  weiter  in  St.  233  allein
tarn  praesentibus  quam  absentibus  aufstösst,  so  habe  ich  dem
nur  wenige  andere  Beispiele  zur  Seite  zu  stellen,  die,  was  freilich
Zufall  sein  kann,  alle  auf  die  gleiche  Landschaft  weisen.  In
einer  Urkunde  des  Trierer  Capitels  vom  Jahre  946  in  Beyer
1,  246,  n°  184  begegnet  an  gleicher  Stelle  absentes.  Ebenso  in
der  in  Trier  entstandenen  Fälschung  in  Diplomata  1,  150,
n°  32.  Endlich  in  St.  662,  welches  der  Lothringer  Willigis  A.
verfasst  hat.  Auch  sonst  finden  sich  Worte  oder  Formen,
welche  den  von  Liutolf  C.  gebrauchten  analog  sind,  am  häufigsten ­
  noch  in  Diplomen  seiner  Landsleute.  Scheint  sich  Liutolf ­
  C.  z.  B.  der  mit  con  componirten  Verba  mit  Vorliebe  zu
bedienen  (in  St.  236  condonare,  contradere),  so  finden  sich
diese  und  andere  Zusammensetzungen  mit  con  ziemlich  häufig
auch  bei  Otbert  (St.  218,  221,  252).  Auch  für  praelibatus
in  St.  236  lässt  sich  auf  Otberts  Dictamina  in  St.  216,  218
verweisen.  Des  weiteren  begegnet  per  succedentia  tempora
(St.  236,  559  und  selbst  in  277  eingeschoben  statt  des  in  der
Vorlage  gebrauchten  per  futura  tempora),  gleichfalls  in  St.  216.
            
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