Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

366

S  i  ekel.

gedrängten  Contextes  den  schon  vorhandenen  Theilen  auszuweichen ­
  suchte.  Desgleichen  benutzte  er  für  St.  559  ein  Blanquet,
  nur  waren  hier  die  Unterschriften  ohne  signum  recognitionis
  gleich  der  ersten  Zeile  von  anderer  Hand  vorgeschrieben.
Bereits  von  der  8.  Zeile  an  schränkte  sich  Liutolf  C.  möglichst
ein,  rückte  in  Z.  10  einige  Worte  über  die  vorgezogene  Linie,
um  nicht  in  die  Schäfte  von  Serenissimi  hineinzugerathen,  liess
in  Z.  9  und  10  eine  Lücke,  damit  seine  Schrift  nicht  von  dem
Siegel  bedeckt  werde,  dessen  Umfang  er  nach  dem  schon  gemachten ­
  Kreuzschnitte  berechnen  konnte,  und  schrieb  endlich
das  letzte  Wort  der  Corroboration  iussimus  rechts  unter  den
Schluss  der  vorausgehenden  Zeile.  Ich  komme  auf  den  Wortlaut ­
  dieser  Formel  nochmals  zurück.  Hier  wollte  ich  nur
gleich  zwei  Dinge  constatiren:  weder  als  Dictator  noch  als
Scriptor  bindet  sich  Liutolf  C.  an  das  Herkommen  in  Fassung
und  Darstellung.
Wenn  uns  im  Eingang  von  A  sofort  die  Invocation  als
in  den  Diplomen  deutscher  Könige  ungewöhnlich  auffällt,  so
kann  das  nicht  wie  in  andern  Fällen  auf  Einfluss  von  Vor-|

urkunden  zurückgeführt  werden, 1  denn  wollte  man  auch  annehmen, ­
  dass  dem  Dictator  die  von  ihm  nicht  erwähnten
früheren  Schenkungen  von  Zizers  (s.  zuvor  S.  354)  bekannt
gewesen  wären,  so  lauteten  ihre  Invocationen  nicht  wie  in
St.  236.  Sie  erklärt  sich  nur  aus  dem  Belieben  oder  aus  der
Gewohnheit  des  Schreibers.  In  nomine  dei  omnipotentis  et
salvatoris  nostri  Jesu  Christi  ist  bekanntlich  zuerst  in  den
Diplomen  Lothar  II.  angewandt  worden.  Diese  und  die  verwandten ­
  Formeln  Ludwig  des  Frommen  und  Lothar  I.  erhielten ­
  sich  am  längsten  in  dem  Trierer  Sprengel. 2  Sie  tauchten
von  Zeit  zu  Zeit  auch  in  den  königlichen  Bestätigungen  für
Lothringen  wieder  auf,  indem  die  Notare  der  westfränkischen
wie  der  ostfränkischen  und  der  ihr  folgenden  sächsischen
Kanzlei  in  diesem  Punkte  sich  den  Vorlagen  anschmiegten.
Dazu  mag  auch  beigetragen  haben,  dass,  da  seit  Zwentibold  \
1  Beiträge  z.  D.  II.  in  Sitzungsber.  36,  376.  —  So  ist  auch  in  St.  182  die
Formel  I.  aus  dem  Diplom  Lothar  I.  (Mon.  Boica  31,  75  n°  34)  herübergenommen. ­
  Abweichende  Invocationen  begegnen  ferner  in  St.  139,
163,  183,  196,  203  u.  s.  w.,  also  sehr  häufig.
2  Zahlreiche  Beispiele  im  Mittelrheinischen  Urkundenbuch.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.