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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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Si  ekel.

sah  ich  mich  vor  die  Alternative  gestellt,  entweder  auf
Sturnpf’s  Lehrsätze  gestützt  unserm  A  die  Originalität  oder
noch  mehr  abzusprechen,  —  oder,  wenn  sich  bei  weiterer
Untersuchung  des  Falles  doch  die  Genuinität  von  A  erweisen
Hesse,  mich  mit  meinem  Fachgenossen  wenigstens  in  Bezug  auf
dieses  eine  Stück  auseinanderzusetzen.  Nun  hat  sich  bereits  bei
der  Discussion  über  diese  und  jene  Urkunden  herausgestellt,
dass  sich  die  Behauptungen  von  Stumpf,  namentlich  wie  er  sie
als  unumstössliche  Normen  für  die  Beurtheilung  der  Diplome
bietet  und  handhabt,  nicht  aufrecht  erhalten  lassen.  Ferner  ist
auch  schon  Zweifel  laut  geworden  an  der  Richtigkeit  der  Vorstellungen, ­
  die  sich  Stumpf  gemacht  hat  von  der  wohlüberlegten ­
  und  zweckmässigen  Einrichtung  der  königlichen  Kanzlei,
von  der  in  ihr  waltenden  Ordnung,  von  der  Tüchtigkeit  und
Gewissenhaftigkeit  der  Beamten,  von  der  Vortrefflichkeit  ihrer
Arbeiten,  von  der  Zuverlässigkeit  alles  dessen,  was  die  Königsurkunden ­
  besagen  u.  s.  w.  Von  einer  sehr  gewichtigen  Seite
her  ist  soeben  ein  gewiss  wirksames  Veto  gegen  zahlreiche
Entscheidungen  Stumpfs  und  gegen  deren  Begründung  erhoben
worden:  ich  meine  die  Beiträge  zur  Urkundenlehre  von  Ficker.
Hat  hier  ein  hervorragender  Historiker  uns  Diplomatiker  vor
Abirren  vom  rechten  Wege  gewarnt,  so  ist  doch  auch  bereits
unter  uns  einer  nüchterneren  Auffassung  und  vorurtheilsfreieren
Behandlung  der  Dinge  das  Wort  geredet.  Und  immer  mehr
bricht  sich  die  Erkenntniss  Bahn,  dass  unsere  Aufgabe  ist,
nicht  allein  alle  äusseren  und  inneren  Merkmale  der  Objecte

offen,  stets  viel  von  meinem  Fachgenossen  gelernt  zu  haben.  Und  überhaupt ­
  ergänzen  und  corrigiren  sich  unser  Beider  Arbeiten.  Da  wäre  also
Polemik,  zu  der  ich  ohnedies  keine  Neigung  habe,  nicht  am  Platze.  Dazu
kommt  noch  ein  Anderes.  Die  unausgesetzte  Arbeit  und  die  Wahrhaftigkeit ­
  Stumpf’s  müssen  es  mit  sich  bringen,  dass  er  selbst  sein  Urtheil
über  Einzelheiten  vielfach  modificirt.  So  hat  er  sich  über  einzelne  Merkmale ­
  oder  einzelne  Diplome  verschieden  geäussert  in  der  1864  veröffentlichten ­
  und  noch  nicht  abgeschlossenen  Einleitung,  in  den  einzelnen
Lieferungen  seiner  Regesten,  in  den  beiden  zuvor  genannten  Abhandlungen. ­
  Insbesondere  die  beiden  letzteren  weisen  allerlei  Differenzen  auf.
Es  ist  also  nicht  leicht  zu  ergründen,  welches  die  jetzige  Meinung  Stumpfs
m  dieser  oder  jener  Frage  ist.  Somit  werde  ich  seine  Ansichten  nur  in
den  wichtigeren  Punkten  anziehen  und  berücksichtigen.  Wo  ich  sonst
von  ihm  abweiche,  werden  die  Fachgenossen  ohnedies  sofort  erkennen.
            
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