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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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S  i  ekel.

Fürbitter,  und  Bischof  Hartbert,  der  als  Empfänger  der
Schenkung  genannt  wird,  gestorben.  Auch  mit  der  Kanzlerunterschrift ­
  in  A,  welche  nur  zwischen  953  und  965  vorkommt,
verträgt  sich  976  nicht.
Läge  nns  diese  Urkunde  mit  solcher  Jahreszahl  nur  in
einem  Chartular  vor,  so  würden  wir  die  unmögliche  Zahl  auf
Rechnung  des  Copisten  setzen.  Schlechter  Ueberlieferung
könnte  man  auch  alle  bisher  bemängelten  Stellen  des  Wortlauts ­
  zuschreiben.  Aber  das  jetzt  in  Nürnberg  befindliche
Schriftstück  A  tritt  offenbar  als  Original-Diplom  auf.  Als
solches  betrachtet,  bietet  es  allerdings  gleichfalls  ungewöhnliche ­
  Erscheinungen  dar.  Es  ist  entschieden  auffallend,  dass  das
Recognitionszeichen  so  sehr  in  die  letzten  Contextzeilen  hineinragt, ­
  dass  der  Schreiber  ihm  ausweichen  musste  und  kaum
Raum  für  die  letzten  Worte  der  Corroborationsformel  fand.
Man  könnte  etwa  auch  noch  an  der  Rasur  in  der  Recognitionszeile
  und  an  der  Vertheilung  der  Datirung  auf  zwei  kurze
Zeilen  Anstoss  nehmen.  Im  Uebrigen  macht  das  Schriftstück
einen  guten  Eindruck.  Solche  Sicherheit  des  Zuges  durch  alle
Theile  und  Buchstabenarten  des  Diploms  hindurch  hat  ein
Fälscher  wohl  nie  erreicht.  Ferner  ist  die  Schrift  durchaus
zeit-  und  kanzleigemäss.  Wenn  wir  vorläufig  von  976  absehend
die  Urkunde  nach  der  Kanzleisubscription  und  dem  Regierungsjahre ­
  etwa  zu  956  ansetzen  wollen,  so  entspricht  dem  das  hier
aufgedrückte  Siegel:  es  gleicht  dem  von  Heffner  Tafel  1  n°  12
abgebildeten  Königssiegel.  Für  hohes  Alter  unseres  Stückes
lässt  sich  auch  noch  die  älteste  Dorsualbezeichnung  De  Zezure
an  führen. 1
Sobald  aber  A  Original  sein  will  oder  soll,  fallen  alle
Besonderheiten  in  Protokoll  und  Fassung  und  die  geradezu
falsche  Jahreszahl  schwerer  in  die  Wagschale,  denn  es  sind
1  S.  meinen  Bericht  über  die  Diplome  für  Chur  aus  dem  10.  Jahrhundert
in  Kaiserurkunden  in  der  Schweiz  (Zürich  1877)  26.  —  Die  oben  angeführte ­
  Bemerkung  ist  in  Capitalis  rustica  (a)  geschrieben,  so  dass  sich
das  Alter  nicht  genau  bestimmen  lässt.  Eine  Hand  des  14.  Jahrhunderts
(ß)  fügte  hinzu:  Preceptum  Ottonis  regis  ex  parte  curtis  Zezure.  Eine
dritte  Notiz  von  Hand  y  mit  der  Jahreszahl  976  und  mit  Nr.  25  mag
dem  17.  Jahrhundert  angehören.  Alle  diese  Hände  haben  auch  die
anderen  Churer  Diplome  signirt.
            
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