Das älteste Olmützer Stadfbueli.
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vollständige Textausgabe gewesen wäre, der Nachsicht des
Lesers empfohlen sein möge.
Am Schlüsse dieser einleitenden Worte sei es mir gestattet,
dem Olmützer Gemeinderathe, der mir mit ehrendem
Vertrauen das Stadtbuch und andere Archivalien zur Benützung
anvertraut hat, und besonders dem um die Entwicklung meiner
Vaterstadt hochverdienten Bürgermeister, Herrn Josef von
Engel, auf dessen warme Befürwortung jenes geschah, den
geziemenden Dank hier auszusprechen.
Das älteste Stadtbuch im Olmützer Stadtarchive ist ein
in starke, lederüberzogene Holzdeckel gebundener Band von
siebenundvierzig, beiläufig 33 Centim. hohen, 25 Centim. breiten,
doppelspaltig beschriebenen Pergamentblättern. Die Vorrichtung,
welche zum Verschliessen des Buches mit vier Schlössern
diente, ist noch ganz deutlich zu sehen; überhaupt ist der
Codex ungeachtet seines selbstverständlich sehr häufigen Gebrauches
und mehr als fünfhundertjährigen Alters noch recht
gut erhalten, keineswegs aber unbeschädigt. — Mindestens zwölf
Blätter, wovon einige beschrieben waren, fehlen. Auch ist die
ursprüngliche Reihenfolge der Blätter irgend einmal zerstört
worden, wie alsbald ersichtlich werden wird. Die Einträge
sind fast sämmtlich in lateinischer Sprache geschrieben; nur
einige ins fünfzehnte Jahrhundert fällende deutsch. Die
Schrift wechselt sehr häufig, öfter drei, vier Mal auf derselben
Blattseite.
Das Buch entstand zufolge eines Beschlusses des Vogtes,
der Consuln und Schöffen, der auf der ersten Seite desselben,
verziert mit einer grossen blaurothen Initiale, eingetragen ist
und hier vollständig mitgetheilt wird, weil er bisher nirgends
ganz correct gedruckt ist. Er lautet: In nomine domini amen.
Anno natiuitatis eiusdem M°- CCC mo ■ quadragesimotercio 1 feria sexta
post purificacionem beate Marie virginis nos Nicolaus aduocatus,
1 In meiner Schrift: Deutsches Recht in Olmütz (1855), ist diese Urkunde
unrichtig in das Jahr 1348 gesetzt und ist dieser Irrthum leider auch in
den Cod. dipl. Mor., in Homeyers Abhandlung über Stadtbücher u. a.
übergegangen.