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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

Das  älteste  Olmützer  Stadfbueli.

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vollständige  Textausgabe  gewesen  wäre,  der  Nachsicht  des
Lesers  empfohlen  sein  möge.
Am  Schlüsse  dieser  einleitenden  Worte  sei  es  mir  gestattet, ­
  dem  Olmützer  Gemeinderathe,  der  mir  mit  ehrendem
Vertrauen  das  Stadtbuch  und  andere  Archivalien  zur  Benützung
anvertraut  hat,  und  besonders  dem  um  die  Entwicklung  meiner
Vaterstadt  hochverdienten  Bürgermeister,  Herrn  Josef  von
Engel,  auf  dessen  warme  Befürwortung  jenes  geschah,  den
geziemenden  Dank  hier  auszusprechen.
Das  älteste  Stadtbuch  im  Olmützer  Stadtarchive  ist  ein
in  starke,  lederüberzogene  Holzdeckel  gebundener  Band  von
siebenundvierzig,  beiläufig  33  Centim.  hohen,  25  Centim.  breiten,
doppelspaltig  beschriebenen  Pergamentblättern.  Die  Vorrichtung, ­
  welche  zum  Verschliessen  des  Buches  mit  vier  Schlössern
diente,  ist  noch  ganz  deutlich  zu  sehen;  überhaupt  ist  der
Codex  ungeachtet  seines  selbstverständlich  sehr  häufigen  Gebrauches ­
  und  mehr  als  fünfhundertjährigen  Alters  noch  recht
gut  erhalten,  keineswegs  aber  unbeschädigt.  —  Mindestens  zwölf
Blätter,  wovon  einige  beschrieben  waren,  fehlen.  Auch  ist  die
ursprüngliche  Reihenfolge  der  Blätter  irgend  einmal  zerstört
worden,  wie  alsbald  ersichtlich  werden  wird.  Die  Einträge
sind  fast  sämmtlich  in  lateinischer  Sprache  geschrieben;  nur
einige  ins  fünfzehnte  Jahrhundert  fällende  deutsch.  Die
Schrift  wechselt  sehr  häufig,  öfter  drei,  vier  Mal  auf  derselben
Blattseite.
Das  Buch  entstand  zufolge  eines  Beschlusses  des  Vogtes,
der  Consuln  und  Schöffen,  der  auf  der  ersten  Seite  desselben,
verziert  mit  einer  grossen  blaurothen  Initiale,  eingetragen  ist
und  hier  vollständig  mitgetheilt  wird,  weil  er  bisher  nirgends
ganz  correct  gedruckt  ist.  Er  lautet:  In  nomine  domini  amen.
Anno  natiuitatis  eiusdem  M°-  CCC mo ■  quadragesimotercio 1  feria  sexta
post  purificacionem  beate  Marie  virginis  nos  Nicolaus  aduocatus,
1  In  meiner  Schrift:  Deutsches  Recht  in  Olmütz  (1855),  ist  diese  Urkunde
unrichtig  in  das  Jahr  1348  gesetzt  und  ist  dieser  Irrthum  leider  auch  in
den  Cod.  dipl.  Mor.,  in  Homeyers  Abhandlung  über  Stadtbücher  u.  a.
übergegangen.
            
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