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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

274

Muth.

Skirnf.  9.
pat  sverct,

Nach  der  Arna-Magnaeanischen
Uebersetzung:

er  siilft  mnn  vegask,
ef  sa  er  horskr,  er  hefir,

gladius,
qui  ipse  vibrabit  se,
si  animosus  est,,  qui  utitur.

und  übereinstimmend  Gylfag.  37:  pat  var  svä  yott  sverct,  at
sjdlft  vdslt  (qui  gladius  tarn  praestans  erat,  ut  sponte  sua  vibraretur);
  es  wird  Skirnf.  23.  25  miör,  mälfäinn  genannt  (acutus, ­
  clarisonus  Arna-Magn.;  mettallgeziert,  schlank  Lüning;
scharf,  zaubernd  Simrock),  unter  allen  Umständen  Bezeichnungen ­
  für  ein  Zauberschwert.  Dass  der  Verlust,  die  Hingabe
dieses  Schwertes  für  Freyr  todbringend  ist,  wird  ausdrücklich
hervorgehoben;  er  wird  Grylfag.  c.  37  als  väpnlauss  (inerinis)
bezeichnet  und  ebenda  heisst  es:
vereta  mim  pat,  er  Frey  muri  pikkja  verr  viel  koma,  er  han
missir  sverct  sinns,  pa  er  Muspells  synir  fara  ok  herja.
(accidet  tempus,  cum  F.  gravius  ineommodum  sentict,  quando
desiderabit,  gladium  illum,  Muspilli  filiis  irrumpentibus  et  hostiliter
grassantibus)
ibid.  c.  51.
Freyr  berst  moti  Surti,  ok  verdr  harctr  samg&ngr  odr  Freyr
fellr;  pat  verdr  haus  bani,  er  han  missir  pess  hins  göcta  sverds,  er
han  gaf  Skirni.
(F.  adversus  S.  pugnat,  acri  conflictu,  prostratro  tandem  Freyo,
euius  necis  causa  existit,  quod  eximium  illum  gladium,  quem  Skirneri
dedit,  desiderat.)
Wir  sehen  demnach  im  Mythus  von  Freyr  und  in  der
Sage  von  Rüdeger  den  gleichen  mythischen  Grundgedanken
in  allen  wesentlichen  Umständen  übereinstimmend  zur  Darstellung ­
  gebracht  (die  Abweichung,  dass  in  dem  einen  Falle
der  Bräutigam,  in  dem  anderen  der  Brautvater  die  Waffe  verliert, ­
  ergibt  sich,  wie  wir  noch  sehen  werden,  lediglich  aus
den  Forderungen  der  poetischen  Oekonomie  in  den  Nibelungenliedern). ­
  Das  Nächstliegende  wäre  nun  die  Annahme,  dass  ein
Freyrmythus  auf  Rüdeger  übertragen  worden  sei;  aber,  da  dem
die  unmittelbare  Ableitung  des  Helden  von  Wodan-Hruodperaht
entgegensteht,  folgt  die  Bestätigung  einer  mehrfach  ausgesprochenen ­
  Vermuthung  Simrocks,  dass  der  im  eddischen  Liede  Skirnis
für  erzählte  Mythus  ursprünglich  von  Odin  gegolten  habe
(Edda,  3.  Aufl.  S.  405  und  die  Erläuterungen  zu  Fiölsvinns-
            
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