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Math.
Vilkinasaga c. 358. 370. 388, die, mag man sie nun auf ältere
Grundlage oder spätere Verderbniss zurückzuführen, durchaus
unsere Auffassung bestätigt. Es ist dauach kein andres Schwert
als Gram, die alte Völsungenwaffe, die einst Sigurd geführt
und die Rodingeir von Gunnar bei Atlis oben erwähntem Besuche
als Gastgeschenk erhalten hat; er gibt es Giselher bei
der Verlobung mit seiner Tochter; es wird gepriesen als die
beste aller Waffen, die so scharf ist, dass sie Schild und Panzer,•
Helm und Wamms durchschneidet; und endlich fällt Rodingeir
durch dieses Schwert von Giselhers Hand. Echte Ueberlieferung
und jüngere Zusätze haben sich in dieser Erzählung durchdrungen,
sind aber unschwer zu scheiden. Dass Rüdeger Siegfrieds
Waffe besitzt, kann unmöglich wirklich sagenhaft sein;
die Ueberlieferung unserer Nibelungenlieder, wonach Hagen
das Schwert Balmung besitzt NN. 1721, 4. 1736, 4. 2309, 3, das
er Siegfried genommen hat, da er ihn erschlagen 2242, 2, ist
jedenfalls älter und echt und die Darstellung der Vilkinasaga,
durch welche die Rüdeger- und Siegfriedsage auf künstliche
und gezwungene Weise mit einander verknüpft werden, beweist
eben nur welche Bedeutung die sagenkundige Dichtung der
Einbusse dieser Waffe zuschrieb. Ein anderes aber ist es mit
dem Empfänger des Schwertes; hier hat unzweifelhaft die Saga
das alte und echte bewahrt, wenn sie Giselher das Schwert
bekommen lässt, zugleich mit der Verlobten, und consequent
auch Giselher es ist, der Rüdegern den Tod gibt, während er
selbst vor Hildebrand fällt c. 390. Das höhere Alter dieser
Erzählung ergibt sich schon daraus, dass Giselher im Nibelungenliede
der einzige Recke ist, der unbeschenkt von Bechelären
zieht, denn die höfische Wendung 1632, 4, als ob die Tochter
ein Ehrengeschenk wäre, hilft nicht hierüber hinweg. Den
deutschen Dichtern des XII. Jahrhunderts war die alte Sage,
die im rauheren Norden unverfälscht dauerte, der Fall des
Schwähers durch den Bräutigam der Tochter, zu wild und
grausam; sie gestatteten einer milderen Auffassung Raum, die
ihnen Anlass gab zur Einführung des dritten Bruders Gernot,
den die deutsche Sage entweder ganz verloren hatte oder, wenn
er, durch das feste Band der Alliteration gehalten, dauerte,
was sich weder erweisen noch bestreiten lässt, nur als unbeschäftigte
Nebenfigur mitführte, der lebendigen Antheil an der