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Maas s en.
annalibus. 1 In beiden Fällen handelte es sich offenbar um
die Aufbewahrung der Acten im päpstlichen Archiv. Und als
in der zweiten Sitzung eine grössere Anzahl von Schreiben
verlesen werden sollte, welche sich auf das Verhältniss der
Kirchen Illyrien’s zum apostolischen Stuhl bezogen, da ordnete
der Papst an: Prolatae epistolae recitentur et scriptorum fides
in sedis apostolicae reqniratur scrinio. - Unter den zur Verlesung
gebrachten Stücken befinden sich aber nicht nur Schreiben der
Päpste und an sie, sondern auch ein Schreiben des Kaisers
Honorius an den Kaiser Theodosius II. nebst der Antwort des
Letzteren.
Es darf nach allem als eine nicht füglich in Zweifel zu
ziehende Thatsache betrachtet werden, dass ein grosser Theil
des Materials unsrer Sammlung dem Archiv der römischen
Kirche entlehnt ist. Wenn aber dem so ist, dann dürfen wir
auch nicht zweifeln, dass die Abfassung der Sammlung entweder
auf Anordnung oder doch mit Genehmigung eines Papstes
geschehen sei. Es fragt sich, unter welchem Papst die Sammlung
angefertigt ist. In den Exemplaren, welche wir besitzen,
findet sich weder eine Notiz über die Autorschaft noch über
die Zeit der Entstehung. Den einzigen Anhaltspunct, den wir
in der letzteren Beziehung in der Sammlung selbst finden,
bietet das Alter des jüngsten Stücks. Sie kann hiernach nicht
vor dem Jahr 553 verfasst sein; es ist aber auch nicht wahrscheinlich,
dass sie um vieles später verfasst sei.
Und hier ist es nun, wo die Nachricht des Petrus Crassus
von Bedeutung wird. Da er zwei Stücke anführt, welche wir
nur durch diese Sammlung kennen, so müssen wir annehmen,
dass er sie besass. Dass aber die Angabe, welche dieser
Rechtsgelehrte über den Inhalt der dem König Heinrich zur
Disposition gestellten Sammlung macht, ganz auf unsre Collection
passt, ist evident. Sie enthält unter 243 Stücken, welche
vorwiegend in päpstlichen Schreiben bestehen, 47 Verordnungen
und Schreiben römischer Kaiser 3 und 18 Schreiben kaiserlicher
Beamten über kirchliche Verhältnisse. Wenn also die
1 Coleti Concilia V. 841.
2 Ibid. 843.
3 Darunter ein Schreiben Justinian’s doppelt (n. 8Ij !)1).