Ueber eine Samml. Gregor’s I. yon Schreiben n. Verordn, der Kaiser u. Päpste. 243
in Antiochien betreffend. Ferner das Schreiben der römischen
Synode unter Felix III. (483-492) vom 5. October 485 an
den Clerus von Constantinopel über die Irrungen in der Kirche
von Antiochien und die damit zusammenhängende Absetzung
des Patriarchen Acacius von Constantinopel. Es folgt ein unächtes
Schreiben Felix’ III. an den Petrus Fullo, welches, wie
die sieben folgenden ebenfalls apocryphen Schreiben an denselben
Petrus, ursprünglich griechisch verfasst war, hier aber
in lateinischer Version erscheint. 1 Dass diese Uebersetzung
erst für die vorliegende Sammlung angefertigt sei, ergiebt folgende
Note zu dem Schreiben des Felix: Explicit epistola
papae Felicis ad Petrum Antiochenum damnans eum; quae epistola
ante danmationem Acacii, quantum ejus textus indicat,
comperitur scripta. Bed quia cum aUorum litteris ad eundem
Petrum directis in Graeco volumine invenimus de Latino translatas,
quas nunc Herum de Graeco in Latinum necessitate compulsi
transferentes descripsimus propter liaereticorum insidias, et
supradictis epistolis ejusdem papae connectimus. Die Vorlage
bildete ein griechischer Codex. Der Autor unsrer Sammlung
will nun sagen, so scheint es, dass chronologisch das Schreiben
des Felix vor das unmittelbar vorhergehende Schreiben der
römischen Synode gehöre, dass er es aber von den übrigen
Actenstücken, mit denen er es in dem griechischen Codex gefunden,
nicht habe trennen wollen. Wenn er bemerkt, dass er
die (vermeintliche) Rückübersetzung von Felix’ Schreiben nur
necessitate compulsus vornehme, so beweist dies, dass er nach
dem (irrthümlich vorausgesetzten) lateinischen Original gesucht
und erst, als er sich überzeugte, dass es nicht vorhanden sei,
sich zu der Uebersetzung entschlossen hat. Diese Bemerkung
las der Bibliothecar Anastasius in unsrer Sammlung und knüpfte
daran die generalisirende Betrachtung, dass für die Latinität
einiges, was ursprünglich lateinisch verfasst sei, nur durch
Rückübersetzung aus dem Griechischen gerettet sei: — Unde
notandum, quod nonnulla, quae Latine fuerunt edita, Latinitas
funditus mole oblivionis obruta deplorasset, nisi ex Graecorum
post fonte libvorum haec hausta sitibundo pectore resumpsisset,
1 Vgl. auch meine Gesell, d. Quellen T. § 544-, 2, §. 549 fg.
IG*