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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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M  aassen.

Victor  Anastasius,  pius,  falix,  inclytus  triumphator,  semper
Augustus  Hormisdae  sanctissimo  ac  religiösissimo  archiepiscopo  et
patriarchae  eine  Steile  aus  dem  Schreiben  des  Kaisers  Anastasius ­
  an  Hormisda  Beatitudini  vestrae  vom  Jahr  515. 1  Dieses
Schreiben  ist  nur  durch  die  avellanisclie  Sammlung  überliefert.-Die
  Inscription  lautet  in  ihr  wörtlich  wie  hier.  Anders  verhält
es  sich  mit  dem  in  der  Sammlung  unmittelbar  folgenden  Antwortschreiben ­
  Ilormisda’s,  aus  dem  bei  Petrus  Crassus  jetzt
ebenfalls  ein  Citat  folgt. 3  Die  avellanische  Sammlung  nennt,
wie  dies  häufig  geschieht,  statt  der  vollen  Inscription  nur  die
Namen:  Hormisda  Anastasia  Augusto.  Bei  Petrus  lautet  dagegen ­
  die  Inscription  der  aus  dem  Schreiben  citirten  Stelle:
Gloriosissimo  et  clementissimo  fi/io  Anastasio  Augusto  Hormisda
Dei.  gratia  patriarchci.  Ich  weiss  kein  Beispiel,  dass  die  Bischöfe
von  Rom  sich  selbst  in  den  Inscriptionen  ihrer  Briefe  Patriarchen ­
  genannt  hätten.  Die  üblichen  Prädicate  von  Damasus
bis  auf  Gregorius  1.,  der  sich  zuerst  servus  servorum  Dei  genannt ­
  hat,  sind,  soweit  nicht  einfach  der  Name  gesetzt  ist:
episcopus,  Romae  episcopus,  urbis  Romae  episcopus,  Romanae
ecclesiae  episcopus,  episcopus  Romanus,  papa,  papa  ecclesiae
catholicae  urbis  Romae.  Auch  das  Dei  gratia  findet  sich  in  der
Aufschrift  keines  einzigen  päpstlichen  Briefes  aus  der  genannten
Zeit.  Ich  vermuthe  daher,  dass  die  Inscription  erst  von  Petrus
Crassus  gebildet  ist,  mit  Benutzung  des  voraufgehenden  Schreibens, ­
  in  dessen  Inscription  dei 1  Kaiser  dem  Papst  den  Titel
eines  patriarcha  giebt.  Die  dem  Kaiser  gegebenen  Prädicate
sind  die  gewöhnlichen  in  den  Briefen  der  Päpste  aus  jener
Zeit.  Wenn  Petrus  die  avellanische  Sammlung  benutzte,  so
hielt  es  nicht  schwer  ein  Muster  zu  finden.  1  5.  Basilius  Augustus ­
  inter  caetera.  Es  folgt  jetzt  ein  Stück  einer  Version  des
Rundschreibens,  in  welchem  Basiliscus  tyrannus  das  Concil

1  S.  109.  Thiel  Epistolae  Rom.  pont.  I.  742.
2  S.  meine  Gesell,  fl.  Quellen  I.  §.  825.  2.
3  S.  o.  S.  282  Note  2.
4  Z.  B.  Gloriosissimo  et  clementissimo  ßlio  Justiniano  Augusto  Vigilius  episcopus. ­
  Inter  innumeras  rel.  Und  unmittelbar  darauf  folgend  Gl.  et  cl.
fil.  Justiniano  Aug.  Johannes  episcopus.  Inter  claras  rel.  —  In  den  Inscriptionen ­
  der  von  ihm  citirten  Stellen  hat  Petrus  Crassus  sieh  auch  in
andern  Fällen,  nicht  Fälschungen,  aber  Freiheiten  gestattet.
            
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