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Ziramermann, Glaube und Geschichte im Lichte des Dramas
Die Gattungen des Dramas sind damit erschöpft. Ob
zwischen jener des religiösen, des profanen und des Satyrdramas
ein Uebergang, wie vom Reich des Unorganischen zu
dem des Organischen in der Natur, möglich sei, scheint mindestens
zweifelhaft.
Die Annahme der äusseren Ursache, welche dem ersten,
schliesst jene der inneren aus, welche dem zweiten zu Grunde
liegt; die Grundlage des dritten, das grundlose Werden, wird
von beiden ausgeschlossen.
Der religiöse Glaube fordert die Anerkennung überweltlicher
vom religiösen Drama fingirter Schicksalsmächte als
existirender. Die Geschichte als pragmatische und philosophische
Wissenschaft fordert die Anerkennung der im profanen Drama
fingirten Identität natürlicher und sittlicher Causalordnung
als wirklich stattfindender. Das Drama, das seine Dichtung
nur für Erdichtung ausgibt, kann getrost zusehen, wenn der
Inhalt des Glaubens und der Geschichte seine Form entlehnt,
um bewegten Gemüthern als Wahrheit zu erscheinen.