Glaube und Geschickte im Lichte des Dramas.
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aus der Annahme des absoluten Werdens entspringt. Begreifen
heisst eben Folgen auf Gründe, Wirkungen auf Ursachen
zurückführen; das absolute Werden ist aber ein Anders werden,
das zwar eine Zeitfolge aber keine Causalfolge enthält. Glück
folgt hier auf Unglück, Unglück auf Glück; aber nicht Glück
aus Unglück, Unglück aus Glück. Die Kunstform des absoluten
Werdens ist die epische; ein Drama desselben könnte
nur eine Satire auf das Drama sein. Wollte es ein solches
scheinen, so müsste es trachten, vor allem kein Werden, sondern
ein Hervorgebrachtwerden zu scheinen. Da nun ein
solches nur durch Ursachen, im Drama besonders nur durch
handelnde Personen möglich ist, so müsste ein solches sich
für ein wirkliches Drama ausgebendes Scheindrama vor allem
den Schein solcher erzeugen, um durch diese den Schein
möglich zu machen, als folge das Spätere nicht bloss auf
das Vergangene, sondern aus diesem. Für ein dergleichen
episches, eigentlich ,Afterdrama', wären sonach die als handelnd
dargestellten Personen eine blosse Maschinerie, welche den
wirklichen Sachverhalt, dass nichts zu begreifen ist, verschleiern
und den Schein erregen sollen, als sei alles begreiflich. Der
unbegreifliche Wechsel, welchen das religiöse Drama durch
die Annahme ,auswärtiger' (sittlicher) Mächte, vergeltender
Gottheiten zu erklären sucht, soll hier durch die Fiction ,nichtauswärtiger',
sondern überhaupt ,handelnder' Persönlichkeiten
dem Anschein nach erklärt werden, während er selbst unbegreiflich
bleibt. Innere und äussere Ursachen, irdische und
überirdische Personen, profanes und religiöses Drama sind hier
gleichmässig Fiction, das einzige wirklich Gegebene ist der
grund- und anfangslose Fluss.
Unwillkürliche ,Satiren' auf das Drama, wie sie dramatischem
Ungeschick in lebloser Aneinanderreihung nur episch,
durch die Einheit der Person oder Zeit, nicht dramatisch durch
die causale Einheit der fortlaufenden Handlung verknüpfter
Scenen wider Willen entschlüpfen, beiseitegesetzt, bieten die
sogenannten ,Historien', traurige und lustige, Beispiele der
Gattung dar. Da der dramatische Beiz der causalen Entwicklung
ihnen abgeht, müssen sie ihn durch den epischen der
Ueberraschung und Neuheit des Wechsels (die Abwechslung)
zu ersetzen trachten. Der unerhörte, frappante Umschwung der