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Zimmermann.
Gewissen sich damit zufrieden geben. Lustspiel und Posse des
Teufels aber vertragen sieb mit dem moralischen Drama vortrefflich;
dem Teufel geschieht ganz recht, wenn er um seine
Beute kommt, und es ist weniger zu besorgen, dass ihm zu
wenig, als dass ihm zu viel geschehen möchte. Die christliche
Teufelskomödie zeigt daher auch trotz seiner Bosheit vor dem
Satan grossen Bespect: derselbe muss freilich am Ende Unrecht
haben; aber zu leicht darf es seinen Gegnern auch nicht
gemacht werden. Die wirkliche göttliche Gerechtigkeit, Gott
und die himmlischen Heerschaaren, ist über allen Angriff erhaben
und vor ihr wird wie billig das Teufelsreich zu Schanden;
aber was sich auf Erden dafür ausgibt, Papst und
Klerisei, als Stellvertreter Gottes und seiner Engel, verfolgt
die christliche Komödie ebenso wie die antike die weltlichen
Volksführer, mit schonungslosem Spotte, reisst ihnen die Maske
der Sittlichkeit und Gerechtigkeit vom Gesicht und gibt den
anscheinenden Wahrheitsfreund, Sittenverbesserer und Heiligen
der Kirche schonungsloser moralischer Verurtheilung preis.
Das humoristische Sittenbild aber macht sich nicht über die
wahre und als solche unvergängliche und universelle Sittlichkeit,
sondern über die sich als solche gebei'dende vergängliche,
zeitliche und locale Sitte (Sprache, Mode, Benehmen
u. s. w.) lustig und bekräftigt laut oder stillschweigend den
Ausspruch des Gewissens als einzig gütige Sittennorm.
Antikes und christliches Versöhnungsdrama kommen auf
religiösem Boden dazu, dem Beschauer die Existenz sittlicher
Mächte ausserhalb seiner Erscheinungswelt ,ad oculos 1 zu
demonstriren. Die Fragen: Fatum und Satan oder Nemesis
und Gott? werden von ihnen einstimmig zu Gunsten der letzteren
entschieden. Die Annahme von lenkenden Mächten ausser
und über der Erscheinungswelt selbst ist aber durch die handgreifliche
Unbegreiflichkeit des sichtbaren Glückswechsels hervorgerufen
worden. Fällt daher diese fort, ist bei dem sichtbaren
Glückswechsel überhaupt nichts zu begreifen oder ist er
begriffen, so fällt auch die Nothwendigkeit jener Annahme
hinweg.
Es gibt nun allerdings eine Form des Glückswechsels,
bei welcher ,nichts zu begreifen* ist. Dies ist diejenige, welche