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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 85. Band, (Jahrgang 1877)

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Zim  m  ermann.

glücklichem  Ende,  dessen  einen  Pol  das  kleinstmögliche,  den
anderen  das  grösstmögliche  Glück,  das  nur  eingebildete  Glück
und  die  ewige  Seligkeit  ausmachen.  Jenes  lässt  sich  zwar  weder
erhoffen  noch  mitfühlen,  weil  es  eben  gar  nicht  vorhanden  ist;
desto  herzlicher  lässt  sich  über  die  Thorheit  des  eingebildeten
Glücklichen  lachen,  da  sic  ihn  nicht  wie  das  eingebildete  Unglück ­
  quält,  sondern  beseligt.  Dennoch,  da  diese  Einbildung
nicht  ewig  währen  kann,  mischt  sich  ein  Vorgefühl  des  dann
unausbleiblichen  Unglücksgefühles  nebst  vorgefühltem  Mitleid
und  dem  Gefühl  der  Befriedigung  darein,  dass  dem  Menschen
bei  so  wenigem  wirklichen  Glück  wenigstens  die  Fähigkeit
innewohnt,  in  der  Einbildung  glücklich  zu  sein.  Diese  als
niemals  endendes  ununterbrochenes  Glück  stellt  den  denkbar
glücklichsten  Ausgang  dar,  bei  dem  jede  weitere  Furcht  vor
nachmaligem  Glückswechsel  und  jeder  Anlass  zu  Mitleid  durch
die  Aufnahme  ins  Elysium,  ins  Paradies  oder  in  den  Himmel
der  Seligen  ausgeschlossen  ist.  Jenes  macht  den  Gegenstand
der  Posse,  dieses  jenen  des  vollkommensten  Schauspiels  (Himmelfahrt ­
  des  Gekreuzigten,  Aufnahme  des  Herakles  in  den
Olymp)  aus;  zwischen  beiden  Extremen  schwanken  die  Grade
von  Hoffnung  und  Mitfreude  mit  Ab-  und  Zunahme  des  angeschauten ­
  Seligkeitsquantums  auf  und  ab,  indem  mit  jeder  Beschränkung ­
  desselben  auf  Mass  und  Zeit  der  (schlechte)  Neid,
dass  Andere  glücklicher  seien  und  die  quälende  Furcht  vor
Wechsel  zum  Schlimmeren  nach  Ablauf  der  Zeitfrist  sich
einfindet.
Das  vollkommenste  Trauer-  und  das  vollkommenste  Schauspiel, ­
  die  sichtbare  Hölle  und  der  sichtbare  Himmel  (Elysium
und  Tartarus,  Iran  und  Turan)  bilden  Nadir  und  Zenith,  in
deren  Mitte  in  gleichem  Abstand  von  beiden  das  vollkommene
Lustspiel  und  die  vollkommene  Posse,  das  sichtbare  unglückliche
und  das  sichtbare  glückliche  Leben,  dessen  Glück  und  Unglück
nur  in  der  Einbildung  besteht,  sich  bewegen.  Jenen  entsprechen
wie  in  den  Betroffenen  selbst  die  Gefühle  absoluter  Unseligkeit ­
  und  Seligkeit,  so  in  dem  Beschauer  das  absolut  unselige
Mitgefühl  der  Un-,  wie  das  absolut  selige  Mitgefühl  der  Seligkeit; ­
  diesen  diejenige  von  Furcht  und  Hoffnung,  Mitleid  und
Mitfreude,  zwar  nicht  absolut,  aber  doch  relativ  freie  Apathie,
welche  die  Einsicht  der  Thorheit  und  das  Lachen  über  den
            
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