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Zimmerra ann.
kung einer in ihrer Originalität unberechenbaren künstlerischen
Persönlichkeit und der gleichfalls nicht zu berechnenden Umstimmung
des Geschmacks und der Empfänglichkeit des
Publicums zu erfahren vermag, vorher wissen zu wollen. Wir
erleben es fortwährend, dass Kunstgattungen in der Gunst des
Zeitalters aussterben, wie Thier- und Pflanzengeschlechter in
historischen Zeiten ausgestorben sind und wir können nicht
sagen, welche neue Varietäten in der Zukunft aufleben und
den Beifall der Mitlebenden erlangen werden.
Dennoch ist es nicht wahrscheinlich, dass, wenigstens
vor Ablauf einer unsere Einbildungskraft überfliegenden Zeit,
die Physiognomie der bisher entstandenen Hauptgattungen der
Natur wie der Kunst eine Umgestaltung erleiden wird. Wie
der systematischen Starrheit der Natur- und Kunstgattungen
gegenüber es wohlthätig war, ihres genetischen Flusses, so wird
es vielleicht dem alle Unterschiede verwischenden Chaos gegenüber,
zu welchem die gewonnene Erkenntniss der Einheit ihres
Ursprungs zu führen droht, an der Zeit gefunden werden, der
voraussichtlichen Stabilität gewisser nun einmal fixirter Hauptund
Grundabsonderungen sich zu erinnern. So wenig die
heutigen Naturforscher über die Grenzen der einzelnen Thierund
Pflanzenarten, ja selbst über jene des Pflanzen- und Thierorganismus
einig sind: an die Möglichkeit des Entstehens neuer
Organismen, die weder Thier noch Pflanze wären, glaubt wohl
niemand im Ernste. Und welche Umbildungen das vollkommenste
organische Naturwesen, das wir kennen, der Mensch, noch erfahren
mag, dass er je etwas anderes als ein Mensch werden
könne, glaubt wohl ebenso Keiner. Ohne Zweifel werden wir
bei ihm ebensogut wie bei den Thieren und Pflanzen genöthigt
sein, gewisse Merkmale, welche in früheren Zeiten als wesentlich
zu dessen Begriff gehörig angesehen wurden, künftig fallen
zu lassen; aber eben so sicher ist, dass gewisse andere in dem
Begriff jener Naturwesen immer werden augetroffen werden
müssen, so lange sie eben nicht aufhören Mensch, Thier oder
Pflanze zu sein.
Mindestens gleiche Dauerhaftigkeit wie die Äbscheidungen
des organischen und unorganischen Naturreichs, der Pflanzen
und Thiere, dürfen jene der einzelnen Kunstreiche, der simultan