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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Aufzeichnungen  aus  dem  Reiche  1-sß.

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Matsu-kdi  (matsu-kafi)  wird  durch  ^  matsu-kafi
,Zwischenraum  des  Wartens'  erklärt.  Es  ist  ein  Wort  wie
jama-no  kai  ,Zwischenraum  der  Berge',  wobei  kafi  (kai)  für
afi  ,Zwischenraum'  gesetzt  ist.  A  geht  hier  in  ka  über.
Nuki-miru,  sonst  nirgends  vorkonnnend  und  nicht  erklärt,
bedeutet  ,entreissend  sehen',  d.  i.  auf  einen  Augenblick  sehen.
Nuki  entspricht  hier  dem  lateinischen  raptim.
Iwa-fu-momo,  nur  in  Eirakana  gesetzt,  ist  ebenfalls  in
keinem  lexikographischen  Werke  zu  finden.  Es  ist  kaum  zu
zweifeln,  dass  es  iwa-fu-momo  ,der  auf
Felsen  wachsende  Pfirsichbaum'  bedeuten  soll.

(Multasi)  |  ito  ivakaki-ni-wa  \  aranu  \  kore-kare
(tomo)-datsi-  JE  (domo)  atsumari-te  \  (tsuki)-ivo  mite\
sore-ga  pj}  (naka)-ni  fitori.
Einst  versammelten  sich  hier  und  dort  Freunde,  welche
nicht  sehr  jung  waren,  und  betrachteten  den  Mond.  Einer
unter  ihnen  sagte  die  Verse:
O-o-kata-wa  (tsuki)-wo-mo  me-de-si  kore-zoko-no
tsumore-ba  A  (fito)-no  oi-to  naru  mono.
Im  Ganzen  |  den  Mond  lieben,  |  unter  ihm  weilen,  |  wenn
es  häufig  geschieht,  |  werden  die  Menschen  Greise.
In  den  Gedichten  Pe-lö-thien’s  heisst  es:  Dem  Mondlicht
gegenüber  an  vergangene  Dinge  denke  nicht.  Es  verringert
deine  Jahre,  es  verringert  dein  Angesicht.
In  der  Sammlung  Go-sen-siü  hat  der  Mond  den  Namen
Aware  ,das  Leid'.  Es  wird  dadurch  bezeichnet,  dass  man
ihn  meidet.
In  der  Geschichte  des  Geschlechtes  Gen  heisst  es:  Blicket
nicht  allein  auf  den  Mond!  Das  Herz  wird  leer  und  es  ist
sehr  qualvoll.

lässt  sich,  da  diese  Bücher  Privateigenthum  und  gänzlich  unzugänglich
sind,  nicht  bestimmen.  Um  diesen  Gegenstand  und  noch  manches  Andere
aufzuhellen,  bleibt  dem  Verfasser  nur  übrig,  Sendungen  einiger  von  ihm
bestellten  Bücher  aus  Japan  abzuwarten.
Sitzungsber.  d.  phil.-liist.  CI.  LXXXIII.  Bd.  I.  Hft.  6
            
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