Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Aufzeichnungen  aus  dem  Reiche  T-se.

61

sibasi  (aru)-ni  iz  (womina)-no  (moto)-jori  p^J  (kotolia)-iva
naku-te.
Einst  war  ein  Mann,  der  in  das  Reich  I-se  als  Abgesandter
der  Jagd  reiste.  Der  Vater  der  Priesterin  von  I-se  hatte  die
Botschaft  geschickt,  dass  man  diesen  Mann,  weil  er  ein  gewöhnlicher ­
  Abgesandter  sei,  gut  empfangen  möge.  Da  dieses  ihr
Vater  gethan  hatte,  empfing  sie  ihn  mit  grosser  Aufmerksamkeit.
Am  Morgen  schickte  sie  ihn  auf  die  Jagd  hinaus.  Bei  der
Rückkehr  am  Abend  Hess  sie  ihn  dorthin  bestellen.  Auf  diese
Weise  behandelte  sie  ihn  mit  Aufmerksamkeit.  In  der  Nacht
des  zweiten  Tages  sollte  der  Mann  unfehlbar  die  Begegnung
haben,  und  es  wurde  auch  nicht  gedacht,  dass  das  Weib  ihm
nicht  begegnen  werde.  Indessen  konnte  vor  den  vielen  Augen  der
Menschen  die  Begegnung  nicht  stattfinden.  Da  es  ein  abgesandter
Vorgesetzter  war,  Hess  man  ihn  nicht  in  der  Ferne  einkehren.
Da  auch  das  Schlafgemach  des  Weibes  sich  in  der  Nähe  befand,
brachte  das  Weib  die  Leute  zur  Ruhe  und  kam  um  Mitternacht
zu  der  Wohnung  des  Mannes.  Indem  der  Mann  auch  nicht
schlief,  entdeckte  sie  die  Seite  der  Thtire  und  legte  sich  nieder.
Bei  dem  trüben  Lichte  des  Mondes  stellte  sie  einen  Knaben
davor.  Der  Mann  war  sehr  erfreut  und  betrat  mit  ihr  seine
Schlafstätte.  Von  Mitternacht  bis  zum  Hahnenschrei  hatte  sie
mit  ihm  noch  kein  Wort  gesprochen  und  kehrte  zurück.  Der
Mann,  von  grosser  Traurigkeit  erfüllt,  konnte  nicht  einschlafen.
Am  Morgen  hatte  er  Zweifel,  doch  da  er  seine  Leute  nicht
schicken  konnte,  wartete  er  sehr  ängstlich.  Es  ward  hell,  und
nach  längerer  Zeit  hatte  er  von  Seite  des  Weibes  kein  Wort.
(Kimi)-ja  ko-si  ware-ja  ff  (julä)-hen  omofojezn
jume-ka  utsutsu-ka  nete-ka  samete-ka.
Die  Gebieterin  ist  wohl  gekommen,  |  ich  bin  wohl  gegangen, ­
  [  ich  denk’  es  nicht.  |  Ist  es  Traum,  ist  es  Wirklichkeit? ­
  |  Hab'  ich  geschlafen?  Hab’  ich  gewacht?
Otoko  ito  ita-ü  naki-te  jomeru.
Der  Mann  weinte  sehr  schmerzlich  und  sagte  die  Verse:
Kalü-kurasu  (kokoro)-no  jami-ni  madoi-ni-k.i  jume
utsutsu-to-wa  ko-joi  sadame-jo.
In  des  dunkelnden  j  Herzens  Finsterniss  |  hab’  ich  mich  verirrt. ­
  i  Ob  es  Traum,  ob  es  Wirklichkeit,  |  bestimme  diese  Nacht.  1
1  In  dem  Ko-kon-sift  enthalten.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.