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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 83. Band, (Jahrgang 1876)

Beiträge  zur  Kritik  und  Erklärung  griechischer  Schriftsteller.

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hört  auf,  sobald  das  dort  für  möglich  Erklärte  nicht  auch
jedesmal  wirklich  geschieht,  d.  h.  so  lange  es  mehrsinnige
Namen  gibt.  Wie  stimmt  dies  zu  der  eigenen  Praxis  des
Stagiriton  —  man  denke  an  seinen  Gebrauch  von  oupavox,  und
von  Xi'foc  an  eben  dieser  Stolle:  uv  svoe  piv  sic  Xcyoc  (definitio)
und  oux  av  elv5  Xöy®5  (sermo)!  —  und  wie  kann  ein  grosser  Denker
in  einem  Athem  die  Unschädlichkeit  und  die  äusserste,  jede
Möglichkeit  der  Discussion  vernichtende  Schädlichkeit  mehrdeutiger ­
  Namen  behaupten?  Und  schliesslich,  wie  kann  das
Satzglied:  «XV  öfcteipa  «;p.ai'v£'.v  ipai'v)  den  Gegensatz  bilden  zu  et
oh  [j.yj  xeOeth,  ?  Vielmehr  ist  ts|S{v)  zu  tilgen  und  zu  st  oe  p:f t  das
Erforderliche  zu  entnehmen  aus  dem  Satze,  auf  den  der  unserige
augenscheinlich  Bezug  nimmt:  Stwpepet  V  ou0sv  oüo’  ei  ~Xeiu  v.q
epaiv;  crYj|jta(v6iv,  p.ovov  os  wpiop.sva  (1006  a  34).  (Beispiele  für  diese
Ellipse  sind  in  den  aristotelischen  Schriften  haufenweise  zu
linden.  Ich  greife  eines  heraus,  um  im  Vorübergehen  auf  eine
andere,  durch  die  knappe  Redeweise  unseres  Philosophen  veranlasste
  Interpolation  hinzuweisen.  Rhet.  F  7,  1408  b  5,  wird
dem  Redner  der  Rath  ertheilt,  ,nicht  alles  Entsprechende  zugleich ­
  in  Anwendung  zu  bringen,  d.  h.  wenn  z.  B.  der  Ausdruck ­
  hart  ist,  die  Härte  nicht  auch  durch  Stimme  und  Geberde ­
  auszudrückenf  1  Ixt  xolc  ävdXo-pv  p.vj  w&tv  ap.a  yp’joacrGai-  ouxto
yap  y.Xs-Xcxat  b  azpsax-jc -  Xsyu>  Se  o'iov  eäv  xä  ovop.axa  0zXv;pä  -<),
(j.yj  zat  xvj  tptovv)  za:  xw  txpoodnxw  [zal]  xolc,  äpp,5xxouoiv  st  os  p.rj,  tpavspöv
yt'vexat  [szaaxov  3  sextv] -  säv  os  xo  p.sv  xo  Ss  p.vj,  XavQdvsi  icotöv
xb  «bxo.  säv  ouv  xä  paXay.ä  oy.Xvjpöc  y.at  xä  cxXrjpä  p.aXay.wc  Xs-YYjxat,
  aTctOavov  '(iftsta  1.  Zu  tpavspöv  fiYvexai  ist  natürlich  statt
des  sinnwidrigen  s'y.aoxov  3  scrxtv  nicht  zu  schreiben,  wohl  aber  zu
denken:  0  ßouXexat  oder  0  tcoisT  0  Xe-ytov.  Man  merkt  die  Absicht
und  man  wird  verstimmt.)
Noch  muthwilliger  scheint  eine  Interpolation,  die  uns
Metaph.  A  2,  982  a  13,  aufstösst.  Aristoteles  zählt  daselbst  die
Merkmale  auf,  aus  denen  sich  der  Begriff  des  Weisen  im  allgemeinen ­
  Bewusstsein  aufbaut.  Weiterhin  will  er  durch  Zergliederung ­
  dieser  Merkmale  den  richtigen  Begriff  von  der
,Weisheit'  zu  gewinnen  suchen.  So  verlangen  die  Menschen

1  Valilen  (a.  a.  0.  S.  87),  dessen  Vorschlägen,  y.at  vor  xoT;  äppoxroucnv  zu
streichen  und  os  vor  ouv  einzusetzen,  ich  gefolgt  bin.
            
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